Im Widerschein des Kosmos
5. Philharmonisches Konzert der Duisburger Philharmoniker
Das große Gewitter im vierten Satz setzt der Idylle ein jähes Ende: unmissverständlich, das Grollen der Celli und der Kontrabässe, die kaskadenhaften Abwärtsmotive der Geigen oder der Donnerschlag der Pauke. Beethovens Botschaft seiner 6. Sinfonie, die den Beinamen Pastorale erhielt, ist so aktuell wie nie: Sein Lob der Schöpfung ist gleichzeitig auch ein Aufruf, sie zu wahren und zu schützen.
Der Legende nach schrieb der Komponist seine berühmte 6. Sinfonie am Ufer des Schreiberbach zwischen den Wiener Vororten Nußdorf und Grinzing, während er dort das bunte Treiben der Wachteln, Nachtigallen und Kuckucke beobachtete. Vogelzitate treffen in der Partitur auf Hirtenmelodien, Dorfmusikanten und Wetterkapriolen – und im Konzert in der Philharmonie Mercatorhalle wird Beethovens Werk mit großformatigen Bildprojektionen von Tobias Melle noch eindrücklicher erlebbar. Mit seiner Sinfonie stellt sich Beethoven in eine lange Tradition: Schon seit der Antike ist die Darstellung von idyllischem Hirtenleben, ländlichen Szenen und Naturschilderungen ein beliebter Topos und stellt den Menschen im Widerschein der Natur und des Kosmos dar.
Der französische Barockkomponist Jean-Féry Rebel rückt etwa die Schöpfung mit den antiken Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde in seiner Orchestersuite Les Eléments in den Fokus. Und in den Momenten, in denen das Chaos dominiert, blickt er erstaunlich weit in die Zukunft voraus: Das Chaos der Schöpfungsgeschichte erinnert in seinen disharmonischer Clusterstruktur stark an Tendenzen, die erst 300 Jahre später mit Aufkommen der Neuen Musik stilbildend werden. Während die Duisburger Philharmoniker mit Le Chaos aus Les Eléments zurück auf die Schöpfungsgeschichte schauen, blickt der elsässische Impressionist Charles Koechlin mit Vers la voûte étoilée in den französischen Sternenhimmel.
Kosmische Kraft der Liebe
Die russische Geigerin Alena Baeva lenkt im Programm des 5. Philharmonischen Konzertes die Aufmerksamkeit auf die kosmische Kraft der Liebe und interpretiert das Poème op. 25 des französischen Romantikers Ernest Chausson. Die Geigerin hat bereits 2001 als 16-Jährige den renommierten Wieniawski-Violinwettbewerb gewonnen und wird seitdem von Dirigenten wie Paavo Järvi, Teodor Currentzis und Valery Gergiev engagiert.
Der britische Dirigent Duncan Ward dirigiert das Konzert der Duisburger Philharmoniker. Er wurde 2012 von Simon Rattle an die Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker geholt und hat sich seither auf den europäischen Konzert- und Opernpodien erfolgreich etabliert.
Konzerteinführung: Mittwoch und Donnerstag jeweils um 18.30 Uhr
Der Zutritt zu den Vorstellungen erfolgt auf Basis der 2G-Regel. Zugang erhalten nur noch Genesene und Geimpfte. Sie benötigen einen entsprechenden Nachweis und Ihren Personalausweis.
5. Philharmonisches Konzert: Im Widerschein des Kosmos
- Mittwoch, 1. Dezember 2021, 19.30 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle
- Donnerstag, 2. Dezember 2021, 19.30 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: https://duisburger-philharmoniker.de/all-service-list/hinweise-zum-konzertablauf/
Karten gibt es über die Theaterkasse Duisburg Opernplatz (Neckarstraße 1, 47051 Duisburg), Tel. 0203 / 283 62 100 oder per Mail karten@theater-duisburg.de sowie online unter www.duisburger-philharmoniker.de
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