Festival TIKWAH vermittelte jüdische Musik auf vielfältige Weise
Philharmonie Essen führt das Thema in den kommenden Spielzeiten fort
Das Festival jüdischer Musik TIKWAH ist nach mehr als acht Monaten mit dem Konzert „Berlin 1938 – Das Schicksalsjahr“ in der Philharmonie Essen zu Ende gegangen. Nahezu eine komplette Spielzeit lang vermittelte die Kooperation von Philharmonie Essen, Alter Synagoge Essen, Aalto Musiktheater, Schauspiel Essen, Folkwang Musikschule, Klezmerwelten Gelsenkirchen, Lichtburg Essen und Politischem Forum Ruhr e.V. die bemerkenswerte Vielfalt jüdischer Musik und Kultur. Gefördert wurde das Festival vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Die 24 Veranstaltungen, die von rund 8000 Gästen besucht wurden, reichten von Konzerten über Diskussionen und Vorträgen bis hin zu Theaterprojekten und Filmen. „TIKWAH“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Hoffnung“ – es war und bleibt ein wichtiges Signal in herausfordenden Zeiten. Das Thema wird sich daher auch in den kommenden Jahren dank der Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in den Programmen der Festival-Partner wiederfinden.
Rückblick auf das Festival
Marie Babette Nierenz, Intendantin der Philharmonie Essen, blickt auf das Festival zurück: „Wir sind sehr dankbar, dass das Festival ‚Tikwah‘ für jüdische Musk in dieser Vielfalt und dieser Exzellenz ein solcher Erfolg geworden ist. Wir sind überwältigt von dem großen Zuspruch der Besucherinnen und Besucher und vielen dankbaren Rückmeldungen für neue künstlerische Impulse aus dem Kosmos jüdischer Musik. Vermittlungsformate in Schulen haben den interkulturellen Dialog gestärkt. Die Auseinandersetzung mit unserer deutsch-jüdischen Geschichte im Rahmen der ‚Lebendigen Stolpersteine‘ und dem Konzert ‚Berlin 1938‘ hat die Menschen nachhaltig bewegt und bleibt als Mahnung an die Gegenwart bei uns. Mit der Verlegung neuer Stolpersteine schreiben wir zudem die Geschichte jüdischer Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen fort. Tikwah wird auch in Zukunft zur künstlerischen Handschrift der Philharmonie Essen gehören – aus unserer tiefen künstlerischen und menschlichen Überzeugung.“
Musik als Raum des Erinnerns
Dr. Diana Matut, Institutsleiterin Alte Synagoge Essen, betont: „Jüdische Musik erlaubt es uns, Dialoge zu beginnen. Mit den Kulturen der Welt – denn jüdische Musik ist immer Ausdruck des kulturellen Raums, in dem sie entstand. Mit allen Altersgruppen – denn Momente des gemeinsamen Singens, Diskutierens und Tanzens bringen uns zusammen. Mit Liebhabern aller Musikstile – denn von Hip-Hop bis zur Musik des Mittelalters bietet sie alles. Lebensfreude, Kraft und Sinnlichkeit nehmen uns ein. Aber auch das Gedenken ist verwoben in allen Aspekten des musikalischen Erlebens. Musik ist ein Raum des Erinnerns. Wir betreten ihn und er verändert uns. Nicht nur unsere Sicht auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. TIKWAH hat all dies möglich gemacht und so werden wir es noch lange Zeit in uns tragen.“
Kulturministerin Ina Brandes MdL:
„Jüdisches Leben und jüdische Kultur sind ein wichtiger Teil von Deutschland und es sollte ein selbstverständlicher Teil von Deutschland sein. Umso besorgniserregender sind die steigenden Zahlen antisemitischer Vorfälle. Jüdinnen und Juden müssen sich ohne Sorge vor Diskriminierung und Angriffen in unserem Land zeigen und frei ausdrücken können. Das Tikwah-Festival in Essen hat in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt, wie hochwertige Kunst, Musik und Tradition die Menschen über religiöse Zugehörigkeit hinaus erreichen und ein gemeinsames Erlebnis schaffen können. Tikwah hat sich als Leuchtturm für ein friedliches, respektvolles Miteinander fest etabliert. Mein großer Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die dieses Festival erst möglich gemacht haben.“
Fortsetzung in Planung
„Mit dem Festival TIKWAH, das im letzten Jahr von acht Partnern aus Essen und dem Ruhrgebiet gemeinschaftlich bestritten wurde, haben wir Neuland betreten. Dieses Festival, das jüdische Musik über Epochen und Stile hinweg präsentiert hat, war von großem Erfolg gekrönt. Dass wir heute die Fortsetzung ankündigen können, macht stolz auf diesen Erfolg, denn das Projekt hat jüdische Kultur sichtbar gemacht und Brücken in die Gesellschaft gebaut. Die Fortsetzung als Stiftung auch weiterhin zu unterstützen, steht in der langen Tradition unserer Arbeit zur Förderung der deutsch-jüdischen Verständigung.“, so Dr. Michaela Muylkens, Mitglied des Vorstands der Krupp-Stiftung.
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