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CD-Besprechung

Beethoven • Mozart
Grumiaux Trio
Trio Recital 1966

Beethoven • Mozart<br />Grumiaux Trio<br />Trio Recital 1966

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 22.05.15

hänssler CLASSIC 93.727

1 CD • 77min • 1966

Der Umgang mit dieser Veröffentlichung aus der Edition Schwetzinger SWR Festspiele fiel mir nicht leicht. Das lag weder an dem historischen, wenngleich nach besten Regeln der digitalen Kunst aufgefrischten „Sound” noch an dem engen Raumklang – und gewiß nicht an dem Programm, das Arthur Grumiaux, Georges Janzer und Eva Czako am 8. Juni 1966 zu Gehör brachten. Mir machte vielmehr ein seltsamer Widerspruch zwischen künstlerischem Vermögen und realer Umsetzung zu schaffen: Während Grumiaux & Co richtigerweise weder das Beethoven-Trio als Frühwerk verniedlichen noch Mozarts ausgedehntes Divertimento zur Unterhaltungsmusik herabstufen wollten, kam und kommt es mir nach wiederholten Anhörungen so vor, als hätte dem Ensemble an jenem Mittwoch in Schwetzingen die letzte Sensibilität gefehlt, die eine interessante Vorführung in eine völlig überzeugende Interpretation verwandelt hätte.

Mit diesem unbestimmten Eindruck begab ich mich also in die Weiten der virtuellen Musikwelt – nicht etwa, um herauszufinden, ob andere es besser könnten (solche Vergleiche mag anstellen, wer da will!), sondern ob nicht dieselbe Formation vielleicht die Musik andernorts mit größerer Innerlichkeit und Sorgfalt eingespielt hätte. Und bald hatte ich das Gewünschte entdeckt: eine im Dezember 1967 entstandene Aufnahme des Beethovenschen G-Dur-Trios, die schon nach wenigen Momenten – dort, wo die kurzen crescendo-diminuendo-Gabeln die ersten winzigen Atmer verlangen – um etliche Grade natürlicher, in den dynamischen Nuancen und Stufen subtiler wirkt als der SWR-Mitschnitt, von dem sie sich durch ihre lebendige Flexibilität vorteilhaft abhebt. Schnell ist auch eine alternative Version des KV 563 gefunden, die der Schwetzinger Bodenständigkeit mit einer Eleganz begegnet, durch die sich jede Länge verliert und nichts von den kurzen Spannungsverlusten zu spüren ist, die den drei Musikern bei ihrem Festspielauftritt unterliefen.

Heute noch herausfinden zu wollen, was diese kleinen, bei einem Ensemble von diesem Kaliber indes auffallenden Defizite verursacht haben mochte, ist so sinnlos wie unmöglich. Weitaus bemerkenswerter scheint mir, dass wir unter der getrübten Oberfläche ein Künstlertum fühlen, das über den nicht gerade glorreichen Augenblick hinaus auf die tatsächliche vorhanden gewesene Substanz verweist. Die aber steht auf einem völlig anderen Blatt als die drei Noten, mit denen sich diese Veröffentlichung meiner Ansicht nach wird bescheiden müssen.

Rasmus van Rijn [22.05.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Streichtrio G-Dur op. 9 Nr. 1 00:24:39
5 W.A. Mozart Duo G-Dur KV 423 für Violine und Viola 00:13:10
8 Divertimento Es-Dur KV 563 für Violine, Viola und Violoncello

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Arthur Grumiaux Violine
Georges Janzer Viola
Eva Czako Violoncello
 
93.727;4010276027775

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