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CD-Besprechung

B. Bartók

Hungaroton 1 CD/SACD stereo/surround HSACD 32515

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 01.03.13

Hungaroton HSACD 32515

1 CD/SACD stereo/surround • 76min • 2010, 2011

Nach der gemeinsamen, fabelhaft gelungenen Bemühung um das zweite Violinkonzert und die beiden Rhapsodien, die Hungaroton im Rahmen seiner Neuen Bartók-Serie vor gut zwei Jahren veröffentlichte, widmen sich Barnabás Kelemen und Zoltán Kocsis jetzt der radikalen Kammermusik des Meisters aus Nagyszentmiklós. Besser gesagt, sie stürzen sich derart beherzt auf die zwei großen Sonaten der frühen zwanziger Jahre, dass sich zwischen Absicht und Verwirklichung eine vernehmliche Lücke auftut, deren Ursachen aber nicht auf künstlerischem, sondern rein instrumentalem Gebiete liegen: Das Klavier ist, um wieder einmal Robert Schumann zu bemühen, schlicht und einfach „zu enge", als dass es die Energie-Entladungen zu fassen vermöchte, die dem pianistischen Temperament an den (zahlreichen) Gipfelpunkten geboten scheinen – die Detonationen sind so gewaltig, dass sie förmlich auf sich selbst zurückschlagen und so die kolossalen Räume versperren, die sie eigentlich aufreißen sollten.

Natürlich wäre es verfehlt gewesen, dieses Defizit durch eine gewisse Enthaltsamkeit zu verschleiern: Dazu wären Kelemen und Kocsis sicherlich nicht bereit gewesen, denn in ihrem quasi authentischen Musizieren regiert dieselbe Kompromißlosigkeit, die den Komponisten auszeichnete. Daher werden wir für uns entscheiden müssen, ob wir uns um den Preis eines nicht immer ganz einwandfreien Klangspektrums auf das musikalisch faszinierende Abenteuer einlassen und uns bis zu der späten Solosonate vorhören wollen, für die die vorigen Einschränkungen begreiflicherweise nicht gelten: Hier gilt es vielmehr, neben einer packenden, staunenswerten Interpretation die Regie zu bewundern, der es gelungen ist, die vielschichtigen Ereignisse mit subtiler Raffinesse so weit aufzufächern, dass das nuancenreiche Saitenspiel sich wie eine schimmernde Blütenpracht, leise wehend, wie von einem zarten Windhauch berührt, vor uns entfaltet.

Rasmus van Rijn [01.03.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Bartók Sonate Nr. 1 op. 21 Sz 75 für Violine und Klavier 00:32:26
4 Sonate Nr. 2 Sz 76 für Violine und Klavier 00:18:38
6 Sonate Sz 117 für Violine solo 00:24:47

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Barnabás Kelemen Violine
Zoltán Kocsis Klavier
 
HSACD 32515;5991813251527

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