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CD-Besprechung

BIS 1316

1 CD • 69min • 2004, 2005

23.07.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Einmal mehr scheint sich zu bestätigen, dass heute kaum noch jemand ,schnelle’ Sätze zu schreiben vermag, vor allem keine solchen, in denen auch wirklich was passiert,“ schrieb ich vor einiger Zeit, als Kalevi Aho im Rahmen seines abendfüllenden Konzertes für Kammerorchester seine vierzehnte Sinfonie herausbrachte.

Jetzt kommt er uns mit seiner Dreizehnten aus dem Jahre 2003, die er „sinfonische Charakterzeichnungen“ nannte, sowie mit dem für Antti Siirala geschriebenen, praktisch gleichaltrigen Konzert für Klavier und Streicher. Und ich erlaube mir, mein Selbstzitat einfach fortzusetzen: „Kaum etabliert sich mal ein Grundschlag als Träger weiter, magnetisch-ergreifender Melodien, kaum beginnt man die Ohren zu spitzen und sich an dem zu freuen, was da keimt, sprießt und atmet – da schreckt der Komponist offenbar zurück vor der Vorstellung, er könne sich dem Strom seiner Erfindung überlassen und ein paar Minuten ,so’ weitermachen, ohne gleich schon wieder etwas ändern zu müssen.“

Vorsichtshalber habe ich mir auch die elfte Sinfonie noch einmal aus dem Regal gezogen, damit ich nichts verwechseln möge: Richtig, das ist die mit den sechs Schlagzeugern, wohingegen die Vierzehnte auf erhebliche solistische Anteile von Darabuka, Djemba und Gongs setzte. Derlei gibt es nun in der Nummer 13 nicht. Dafür aber (hier wie im Klavierkonzert) wieder die harmonischen Stellen, die ins Nichts führen; jäh ausbrechende, hurtige Wirbelwinde ohne Konsequenzen; kammermusikalisch reduzierte Phasen im arbiträren Wechsel mit massiven, dichten Versammlungen; und wirklich schöne melodische Ansätze, an deren Fortführung dem Komponisten entweder nichts gelegen ist (dann wäre es böswillig) oder zu der ihm der zeitgenössische Mut fehlt: Man müsste wohl in den Spiegel schauen und die letzten Gespenster der Vergangenheit austreiben, anstatt mit immer wechselnden, rein äußerlichen Accessoires an ihnen vorbeizugucken. Damit ist zweifellos ein gewisses Risiko verbunden. Doch was wäre wohl ärger? Dass ein paar fixierte Hüter der „Moderne“ randalieren – oder dass nach dem Publikum allmählich auch die Musiker und Dirigenten das Interesse verlieren an den erloschenen Feuerstellen, in denen hin und wieder noch ein hübsches Flämmchen aufzuckt, um vom Traum eines Flächenbrandes zu künden, der nie stattfand?

Die Produktion selbst ist, wie aus Lahti nicht anders zu erwarten, engagiert und einwandfrei.

Rasmus van Rijn [23.07.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Kalevi Aho
1Konzert Nr. 2 für Klavier und Streichorchester 00:28:43
4Sinfonie Nr. 13 (Sinfonisia Luonnekuvia) 00:39:16

Interpreten der Einspielung

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