Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

A. Dvořák • M. Ravel • A. Webern • T. Lee

Animato 1 CD ACD6107

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 06.08.08

Animato ACD6107

1 CD • 75min • 2008

Drei Edelsteine der Streichquartett-Literatur – wozu man durchaus auch den „Langsamen Satz“ des 22-jährigen Anton Webern zählen kann – hat sich das eurasische Jade Quartett für seine erste eigene CD (gemeinsam mit dem Cuarteto Leonor wurde bereits das Mendelssohn-Oktett veröffentlicht) ausgesucht. Das junge Ensemble um die taiwanesische Geigerin Hanlin Liang, dem außerdem die koreanische Geigerin Hyun-Ji Jou und die ebenfalls aus Taiwan stammende Cellistin Shih-Yu Yu angehören, wird seit 2007 durch den deutschen Bratscher Daniel Rehfeldt vervollständigt.

Dass Maurice Ravels Quartett, geschrieben in der Zeit seines Studiums bei Gabriel Fauré (dem es auch gewidmet ist) und seiner vergeblichen Bewerbungen um den Rom-Preis, bei seiner Uraufführung 1905 auf heftigen Widerstand stieß, mag man heute kaum glauben. Das fantasievolle, in der Ausführung äußerst geschliffene Werk gilt längst als Klassiker der Gattung. Anton Weberns Quartettsatz, entstanden vor des Komponisten Hinwendung zu Atonalität und Zwölftontechnik, steht in seiner hyperromantischen Mischung aus Liebeslied und Naturschwärmerei in der Nähe von Schönbergs Verklärte Nacht. Auch Dvoráks hinreißendes op. 96, 1893 in den USA komponiert und gleichermaßen amerikanisch und heimatverbunden, ist von Natureindrücken inspiriert. Diesen Meisterwerken stellt das Jade Quartett die 2006 entstandene Komposition Heldenlied mit dem Untertitel Der ewige Frühling des 1941 geborenen Taiwanesen Taihsiang Lee an die Seite, die in acht Minuten verschiedene Volkslieder der taiwanesischen Urbevölkerung auf recht eklektizistische Weise zu einem musikalischen Denkmal für einen den Märtyrertod gestorbenen Menschenrechtler verarbeitet.

Bei einem Evergreen des Repertoirs wie Dvoráks F-Dur-Quartett, aber auch bei dem viel gespielten Quartett von Ravel muss sich das 2007 mit dem 1. Preis beim Münchner Wettbewerb „Klangbrücke“ ausgezeichnete Ensemble natürlich einer schier erdrückenden Konkurrenz stellen. Bei allem technischen Können der einzelnen Spieler zeigt sich hier, woran die Gruppe in den nächsten Jahren zu arbeiten hat. Da gelingt bei Dvorák noch nicht alles mit der Natürlichkeit des Ausdrucks, wie man sie etwa von tschechischen Formationen gewöhnt ist, da wird bei Ravel die richtige Balance der Stimmen noch nicht mit der gleichen Selbstverständlichkeit realisiert, wie sie Quartettvereinigungen mit langjähriger Erfahrung im Zusammenspiel eignet. Einstweilen scheint noch das Handwerkliche über das Poetische zu dominieren, doch macht diese ansprechend gestaltete Produktion auch deutlich, dass es sich beim Jade Quartett um eine vielversprechende Formation handelt, deren musikalisches Potential darauf wartet, erschlossen zu werden.

Sixtus König † [06.08.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Ravel Streichquartett F-Dur op. 35 00:29:06
5 A. Webern Langsamer Satz op. 5 für Streichquartett – Langsam mit bewegendem Ausdruck 00:10:14
6 T. Lee Heldenlied (Ewiger Frühling) 00:08:29
7 A. Dvořák Streichquartett Nr. 12 F-Dur op. 96 00:26:36

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jade Quartett Ensemble
 
ACD6107;4012116610734

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc
Benevento Publishing