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CD-Besprechung

A. Pärt

Naxos 1 CD 8.570239

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 16.10.06

Naxos 8.570239

1 CD • 57min • 2006

Wieder einmal widmet sich einer der besten Chöre Kanadas – die Elora Festival Singers – unter ihrem Gründer und Leiter Noel Edison selten zu hörender a cappella-Chormusik. Im Zentrum dieser Produktion steht das Schaffen von Arvo Pärt, von dem das gleiche Ensemble bereits die Berliner Messe sehr erfolgreich eingespielt hat (Naxos 8.557299). In bester Erinnerung ist mir noch eine Produktion der Messe und einiger Motetten von Ralph Vaughan Williams (Naxos 8.554826). Auch diese Neuveröffentlichung hält sängerisch und künstlerisch höchstes Niveau, bessere Aufführungen seiner Werke könnte sich der estnische Komponist wohl kaum wünschen, die Darbietungen sind tadellos.

Chorwerke a cappella bedeuten für jeden Komponisten eine “Stunde der Wahrheit” – ähnlich etwa wie Streichquartette. Man kommt nicht darum herum zu zeigen, ob man im strengen mehrstimmigen Satz etwas kann oder nicht, und kann sich auch nicht hinter Moden und Effekten verstecken (bei Pärt beispielsweise sein berühmter “Tintinnabuli”- bzw. “Glockchen”-Stil). Von der “Minimal Music” sind diese Werke jedoch hörbar beeinflußt. Die eröffnende, dreiteilige Ode dürfte beispielsweise mit 14 Minuten kein bisschen länger sein; andernfalls drohten die repetitiven Klänge, den Hörer zu erschlagen. Dies mag auch mit dem Medium zu tun haben: Bei Live-Aufführungen in Kirchenräumen hört man solche Werke anders. Die anderen Stücke sind kürzer, doch hat Pärt eine unleugbare Neigung zur Statik, man ist glücklich, einmal ein schwungvolleres Werk wie die Ode VII (Tr. 6), Dopo la Vittoria (Tr. 9) zu hören. Von kontrapunktischem Reichtum kann leider nicht die Rede sein; Homophonie dominiert. So hat die CD insgesamt eher meditativen Charakter.

Pärt kennt sich in der Chormusik-Tradition seit Palestrina hörbar gut aus. Aber es wäre schön, von ihm auch einmal virtuosere, weniger flächige Chorwerke zu hören, wie wir sie etwa von Brahms, Vaughan Williams (siehe oben), William Walton (Naxos 8.555793), Francis Poulenc oder Frank Martin kennen.

Dr. Benjamin G. Cohrs [16.10.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Pärt Triodion (1998)
2 Tribute to Caesar (1997)
3 Nunc dimittis (2001)
4 Ode VII (Memento, 1994; aus: Kanon Pokajonen)
5 I am the True Vine (1996)
6 The Woman with the Alabaster Box (1997)
7 Dopo la vittoria (Piccola Cantata, 1996/1998)
8 Bogoróditse djévo (1990)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
The Elora Festival Singers Chor
Noel Edison Dirigent
 
8.570239;0747313023974

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