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CD-Besprechung

Warner Classics 2564 61548-2

1 CD • 67min • 2003

30.11.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Perséphone gehört zu den Werken von Strawinsky, die selten im Konzertsaal zu hören sind. Es handelt sich dabei um ein Tanzmelodram in drei Szenen für Tänzer, Sprecherin, Tenorsolo, zweistimmigen Knabenchor, vierstimmigen Chor und groß besetztes Orchester (mit zwei Harfen und Klavier). Den französischen Text verfasste André Gide frei nach Homers Demeter-Hymnus: Persephone wird geraubt, im Reich der Schatten festgehalten und dann wiedergeboren in den irdischen Frühling hinein. Die Musik entstand in enger (nicht spannungsfreier) Zusammenarbeit mit Gide zwischen Mai 1933 und Januar 1934 in Frankreich. Die Uraufführung fand am 30. April 1934 in der Pariser Oper unter Leitung des Komponisten statt. Die berühmte Tänzerin Ida Rubinstein, die das Werk in Auftrag gegeben hatte, rezitierte und tanzte die Titelpartie, Choreograph war Kurt Jooss.

Die kurze Beschreibung des Werkes, die Heinrich Lindlar in seinem „Strawinsky-Lexikon“ (1882) gegeben hat, ist in ihrer Prägnanz zitierenswert: „Die Komposition enthält eine Reihe der luzidesten Instrumental- und Chorsätze, die Strawinsky in seiner französischen Schaffensperiode geschrieben hat. Die lyrische Partie der Persephone bleibt rein rezitatorisch, musiklos, die Partie des Erzähler-Tenors Eumolpos psalmodisch ausgesponnen und kanzonettenartig kammerorchestral begleitet... Der à la Gluck gesetzte Orchesterpart, mit einem rhapsodisch wirkenden doppelten Harfen- und klangkühlen Klavierpart, suggeriert auch in seiner zurückgenommenen Dynamik einen feingliedrigen musikalischen Hellenismus, eine Mischung der Pas-de-deux-Passagen aus Apollon musagète und Le baiser de la fée.“

Exemplarisch ist die Einspielung mit Vera Zorina, Michele Molese, amerikanischen Chören und dem Columbia Symphony Orchestra, die im Mai 1966 unter Leitung des Komponisten in Hollywood entstand. Doch Andrew Davies muß die Konkurrenz des Meisters keineswegs fürchten. Er geht die Partitur mit Ernst und Elan an, auch mit Gespür für das Detail. Die Sprödigkeit, die dem Werk innewohnt, kann er freilich nicht wegdirigieren. Die vorzüglich disponierten Solisten, Chöre und das BBC Symphony Orchestra verfehlten bei den Hörern der Proms 2003 nicht ihre Wirkung, und sie hinterlassen auch nach dem Hören dieser Aufnahme einen sehr guten Eindruck. Als formal eigentümlich schwebendes Werk – „Maskenspiel oder Tanzpantomime“ nannte Strawinsky es selbst – bleibt das Stück interessant.

Die Ouvertüre zu Pierre Corneilles Tragödie Polyeuktos (Titelheld ist ein frühchristlicher Märtyrer) ist das erste Stück, das Paul Dukas gerade 26-jährig nach seinem Studium am Pariser Conservatoire schrieb. 1892 uraufgeführt, 1910 im Druck erschienen, zeigt es einerseits Spuren des Wagnerismus, andererseits eine erstaunliche Reife. Yan Pascal Tortelier entfaltet mit dem BBC Symphony Orchestra ein Drama, das nur gemächlich in Fahrt kommt.

Dr. Helge Grünewald [30.11.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Igor Strawinsky
1Persephone (Melodram in 3 Aufzügen, 1933/1934)
Paul Dukas
2Polyeucte (Ouvertüre zu Pierre Corneilles Tragödie)

Interpreten der Einspielung

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