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CD-Besprechung

hänssler CLASSIC 98.487

1 CD • 59min • 2005

13.04.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Als der 20jährige Felix Mendelssohn Bartholdy 1829 von seiner erlebnisreichen England- und Schottlandreise in den Schoß der Familie zurückkehrte, brachte er nicht nur Skizzen zur Hebriden-Ouvertüre und zur Schottischen Sinfonie mit, sondern auch ein komplettes Liederspiel mit dem beziehungsreichen Titel Heimkehr aus der Fremde. Es wurde zur Silberhochzeit der Eltern von Familienmitgliedern und dem bekannten Schauspieler Eduard Devrient im Freundeskreis uraufgeführt und fand allseits große Anerkennung.

Auch wenn Mendelssohn Bartholdy vom Wert seines Liederspiels überzeugt war, es einmal sogar als seine „beste Composition” bezeichnete, wollte er es nicht außerhalb des familiären Zirkels aufgeführt wissen. Erst nach seinem Tode wurde es gedruckt und an verschiedenen (auch größeren) Bühnen gespielt.

Über die Theatertauglichkeit des Werkes kann man streiten, über seine musikalischen Qualitäten kaum. Schon die ausgedehnte Ouvertüre, die den jungen Richard Strauss faszinierte, schlägt einen romantischen Ton an, der den Rahmen eines biedermeierlichen Singspiels sprengt. Auch die Arien und Ensembles tragen nicht den Stempel von Gelegenheitskompositionen, sie verbinden schwerelose Heiterkeit und parodistischen Witz mit lyrischer Innigkeit, die gelegentlich elegische Züge annimmt.

1977 hatte die EMI eine Studio-Aufnahme unter Heinz Wallberg produziert, die mit Helen Donath, Hanna Schwarz, Peter Schreier und Dietrich Fischer-Dieskau hochkarätig besetzt war (und 20 Jahre später bei cpo als CD wiederveröffentlicht wurde). Gegen diese Einspielung hat die Stuttgarter Live-Aufnahme unter Helmuth Rilling keinen leichten Stand, obwohl der Dirigent den Tonfall der Musik sehr gut trifft, sie nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer nimmt und sich immer Zeit läßt, die richtigen Stimmungen aufzubauen.

Aber in vokaler Hinsicht bleiben Wünsche offen. Juliane Banse und Iris Vermillion bleiben hier deutlich unter ihrem gewohnten Niveau, die Tenorstimme von Carsten Süß ist nur mäßig attraktiv und Christian Gerhaher fehlt für die Partie des Hochstaplers und Intriganten Kauz nicht nur die Vis comica, sondern auch das nötige Bassfundament. Statt der gesprochenen Dialoge gibt der im Stück unterbeschäftigte Sänger des Schulz, Stefan Müller-Ruppert, eine geraffte Erzählung der Handlung, wobei er in dem Bemühen, diese möglichst plastisch zu gestalten, nicht selten ins Knattern verfällt. Die Gächinger Kantorei ist mit dem schmalen Chorpart deutlich unterfordert.

Ekkehard Pluta [13.04.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Mendelssohn Bartholdy
1Die Heimkehr aus der Fremde op. 89 (Liederspiel in einem Akt)

Interpreten der Einspielung

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