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CD-Besprechung

Sergey Khachatryan

Sergey Khachatryan

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 30.01.04

naïve V4959

1 CD • 70min • 2003

Bei der ersten Lektüre des Booklets dieser CD denkt man – unabhängig von der fantasievollen Koppelung eines Reißers mit einem herrlichen, wenig gspielten Stück – erstmal seufzend: Wieder so ein hoffnungsvoller, junger Geigenvirtuose. Dann der Anfang des Violinkonzertes von Sibelius – und plötzlich geht einem das Herz auf! Das letzte Mal durchliefen mich so wohlige Schauer beim Rezensieren des Mitschnitts vom phänomenalen Debut-Konzert des jungen Zukerman unter Kubelik mit Tschaikowskys Violinkonzert (Audite 95490). Der 18jährige Armenier spielt dieses Paradepferd des Repertoires mit der Intensität eines, der gerade seine erste große Liebe erlebt. Bei der Aufnahme muß von diesem höchstversprechenden jugendlichen Künstler ein derart sinnliches „Glühen“ ausgegangen sein, daß ihm Orchester und Dirigent hoffnungslos verfallen sind, wie man hier hören kann.

Die Sinfonia Varsovia unter  Emmanuel Krivine spielt hier erstklassig! Besonders gefällt die phänomenale Bogentechnik von Sergey Khachatryan, die immer leicht und geschmeidig ist, doch gerade aus der größtmöglichen Entspannung der Bogenhand heraus wo nötig größte Kraft entwickeln kann, ohne die Entfaltung des erzeugten Tones in irgendeiner Weise einzuschränken.

Persönlich hätte ich allenfalls zwei Wünsche an den Künstler: daß er sein Vibrato noch als Gestaltungsmittel zu begreifen lernt, das es sehr überlegt einzusetzen gilt, um nicht irgendwann der Pauschalität zu verfallen (als beispielsweise Sibelius in Leipzig studierte, war das Dauer-Vibrato den meisten Komponisten und auch Sologeigern noch fremd), und daß er sich zweitens vielleicht mehr für Architektur, Faktur und auch historische Aufführungspraxis einer Komposition interessiert, um daraus die Dramaturgie der Darstellung zu erspüren. Das ist ihm in dem fabelhaften Konzert seines großen Namensvetters nicht ganz so gut gelungen wie bei Sibelius: Insbesondere in den Ecksätzen – der erste ist immerhin mit Allegro moderato, also mäßig bewegt, bezeichnet – können sich aufgrund der Tempi die Einzeltöne nicht frei genug entfalten, und dann verliert das Stück sofort an Biß, wie man sich beispielsweise in der großartigen und für mich unübertroffenen Einspielung mit Gerhard Taschner überzeugen kann. Gleichwohl gelingt dem jungen Geiger insgesamt eine immer noch hinreißende, willkommene Neu-Einspielung dieses viel zu vernachlässigten Konzertes von Khatchaturjan. Das kompetent getextete Booklet und die schöne Aufmachung als Hartpapier-Box runden das positive Bild ab.

Benjamin-Gunnar Cohrs

9

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9

Dr. Benjamin G. Cohrs [30.01.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Khatchaturian Konzert d-Moll für Violine und Orchester
2 J. Sibelius Konzert d-Moll op. 47 für Violine und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Sergey Khachatryan Violine
Sinfonia Varsovia Orchester
Emmanuel Krivine Dirigent
 
V4959;0822186049594

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