Louis-Antoine Dornel
Complete Trio Sonatas Op. 3
L'Orfeo Bläserensemble
cpo 555 465-2
1 CD • 55min • 2021
31.08.2026
Künstlerische Qualität:![]()
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Gesamteindruck:![]()
Das L’Orfeo Bläserensemble legt auf seiner neuesten CD eine Gesamtaufnahme der Sechs Trio-Sonaten op. 3 des französischen Organisten Louis Antoine Dornel (1680-1757) in einer Fassung für 2 Oboen und Basso Continuo vor. Einzelne dieser Werke wurden bereits in anderer Besetzung eingespielt; die Oboen-Fassung des kompletten Opus ist jedoch definitiv eine Ersteinspielung. Satztechnisch sind dieser Werke außerordentlich gelungen, da sowohl die beiden Oberstimmen als auch der Bass völlig gleichberechtigt in einem kontrapunktisch durchaus anspruchsvollen Satz behandelt werden.
Variable Besetzung
Dormel schreibt im Werktitel, dass die 1713 veröffentlichten Stücke mit Violinen, Traversflöten oder Oboen ausgeführt werden können. Er notiert die Oberstimmen allerdings im französischen Violinschlüssel (G auf der untersten Linie wie im Bass-Schlüssel), was insofern merkwürdig ist, da er in seinem op. 2 die 8 Violinsonaten im normalen Violinschlüssel und die 4 Flötensonaten im französischen Violinschlüssel notiert hatte. Es ist also denkbar, dass er aufgrund des besseren Absatzes seiner Komposition zunächst an die von adligen Laien bevorzugte Traverse dachte. Darauf deutet auch das Spektrum der Tonarten von d-Moll bis E-Dur mit einem Überwiegen der Kreuztonarten hin, die auf der in D stehenden Flöte recht bequem liegen, während die Oboisten damals eigentlich B-Tonarten bevorzugten.
Im Gegensatz zu seinen Kollegen Jacques Hotteterre, Pierre Danican Philidor oder François Couperin, die über ein komplexes Zeichenarsenal genaue Anweisungen für Verzierungen vorschreiben, bezeichnet Dornel seine Kompositionen nur hier und da mit dem Kreuz als Zeichen für einen Triller. Möglicherweise geschah dies, um den Notenstich etwas preisgünstiger zu halten. Somit lässt er den Interpreten wesentlich mehr Freiraum. Die Bass-Stimme rechnet übrigens zwingend mit einer siebenseitigen Bassgambe, da gelegentlich H und A der Kontra-Oktave verlangt werden, die weder auf dem Cello noch auf dem Barockfagott zur Verfügung stehen.
Die Sonaten mischen Elemente der Sonate mit denen der Suite. Drei Sonaten beginnen mit einem langsamen Prélude auf das eine typisch französische Organistenfuge mit recht freier Durchführung des Themas folgt. Die Sätze 3-5 orientieren sich grundsätzlich an den gängigen Tanzformen.
Elegant-Stilvolle Interpretation
Carin van Heerden und Philip Wagner blasen ihre Oboen-Partien meisterhaft und waren so klug, drei recht hoch liegende oder von der Tonart sehr unbequeme Sonaten, um einen Ganzton nach unten zu versetzen, was Bläser im 18. Jahrhundert aus dem Stand, oder spätestens nach den detaillierten Anweisungen von Hotteterre in L’Art du Préluder beherrschten. Sie liefern sich dabei einen vergnüglich anzuhörenden Wettbewerb um die interessanteste Ornamentierung mit ihrem Gambisten Matthias Müller. Jean-Christophe Dijoux steuert in seiner Interpretation der Bezifferung am Cembalo sehr gekonnte Übergänge in den Tanzsätzen bei. Bemerkenswert auch die blitzsaubere Intonation der beiden teilweise unisono geführten Oberstimmen in der abschließenden 7. Sonate für 3 Oberstimmen ohne Bass.
Durch die Besetzung mit Oboen wird die Stimmführung des gewieften Kontrapunktikers Dornel hervorragend verdeutlich. Allerdings sehnt man sich wiederum auch nach einem Wechsel der Klangfarbe. Nicht umsonst hat es sich ja eingebürgert, Couperins Les Nations und die Apothéoses eher farbig mit sich abwechselnden, oder auch doppelnden Geigen, Oboen, Quer- und Blockflöten zu besetzen.
Die Aufnahme ist technisch ebenfalls gelungen und wird durch einen informativen Booklet-Text abgerundet.
Fazit: Sehr elegante Mischung aus französischen und italienischen Stilelementen. Tastenspieler seien noch auf die Cembalo- und Orgelstücke aufmerksam gemacht.
Thomas Baack [31.08.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Antoine Dornel | ||
| 1 | Trio Sonata d-Moll op. 3 Nr. 1 | 00:06:21 |
| 5 | Trio Sonata C-Dur (D-Dur) op. 3 Nr. 2 (La Triomphante) | 00:08:53 |
| 11 | Trio Sonata a-Moll (h-Moll) op. 3 Nr. 3 | 00:08:31 |
| 15 | Trio Sonata F-Dur (G-Dur) op. 3 Nr. 4 | 00:09:19 |
| 20 | Trio Sonata D-Dur (E-Dur) op. 3 Nr. 5 | 00:06:18 |
| 24 | Trio Sonata a-Moll op. 3 Nr. 6 | 00:08:39 |
| 29 | Trio Sonata a-Moll (h-Moll) op. 3 Nr. 7 | 00:07:02 |
Interpreten der Einspielung
- L' Orfeo Bläserensemble (Bläserensemble)

