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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

Besprechung CDConradin Kreutzer • Friedrich Witt

Conradin Kreutzer • Friedrich Witt

Septets
Charis-Ensemble

MDG 102 2397-2

1 CD • 62min • 1986

26.05.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Die klassische Tradition der Serenaden und Divertimenti schwappte auch noch ins 19. Jahrhundert über. Höchst beliebt war Beethovens 1799 vollendetes Septett, zu Lebzeiten sein größter Erfolg. Viele Beethoven-Zeitgenossen schrieben derartige „gemischte“ Kammermusik für Bläser und Streicher. Unter ihnen Conradin Kreutzer und Friedrich Witt, deren überaus charmante, geistreiche Septette das Charis Ensemble bereits 1986 für Dabringhaus & Grimm (MDG) einspielte. Eine großartige Aufnahme, die nun in der „Preziosa“-Reihe des Labels neu erscheint.

Conradin Kreutzer, Opernkomponist und Kärntnertortheater-Kapellmeister in Wien, schrieb sein Es-Dur-Septett op. 62 im Jahre 1822. Die Besetzung für Klarinette, Fagott, Horn, Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass gleicht dem Beethoven-Vorbild; ebenso wie Tonart und Form. Jedoch vernimmt man eine eigenständige musikalische Sprache, in die sich schon romantisches Drama mischt.

Charme und Geist bei Beethovens Zeitgenossen

Die Charis-Mitglieder erweisen sich als meisterhafte Kammermusiker. Die heikle Balance zwischen Streichern und Bläsern gelingt stets ausgewogen und durchhörbar. Ebenso findet das Ensemble das Gleichgewicht zwischen sinfonischer Klangfülle und Serenaden-Leichtigkeit. Kreutzers „Ohrwurmqualitäten“ kommen voll zu Geltung.

Mit der „Preziosa“-Reihe bringt MDG Schätze aus der fast ein halbes Jahrhundert währenden Label-Geschichte wieder ans Licht. Im Booklet geht es auch um die Entstehung der Aufnahmen. Label-Gründer Werner Dabringhaus erzählt von den Hindernissen bei den Aufnahmen, als man 1986 mit dem Equipment ins Münsterland fuhr, zum Wasserschloss Nordkirchen. Dort konnten die Aufnahmen wegen der geräuschvollen Kieswege unter den Fenstern nur nachts stattfinden.

Zeitlose Aufnahmequalität

Das zweite Septett stammt von dem Würzburger Kapellmeister Friedrich Witt. 1797 entstanden, präsentiert es im Geiste Haydns die perfekt ausbalancierte Wiener Klassik. In Wahrheit saßen sogar acht Musiker vor den Mikrophonen: Cello und Kontrabass teilen sich, wie im historischen Notendruck, die Bassstimme; im Abstand von einer Oktave. Das verleiht dem Gesamtklang mehr Wucht.

Beide Septette sind Juwelen der Kammermusik, deren Wiederentdeckung sich lohnt. Dabei erscheint die fast vier Jahrzehnte alte Aufnahme nicht im Geringsten angestaubt. Das Klangbild wirkt fein austariert, kammermusikalisch transparent, räumlich und klar. Die Wiederveröffentlichung erweist sich als wertvolle Ergänzung des aktuellen MDG-Katalogs.

Antje Rößler [26.05.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Conradin Kreutzer
1Septett Es-Dur op. 62 für Holzbläser und Streicher 00:36:31
Friedrich Witt
7Septett F-Dur 00:36:31

Interpreten der Einspielung

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