John Hingeston
Fantasy-Suites
Echo du Danube • Christian Zincke
cpo 555 557-2
1 CD • 62min • 2022
17.08.2026
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Gesamteindruck:![]()
Klassik Heute
Empfehlung
Die Lebensdaten von John Hingeston (1599/1606-1683) sind ebenso unklar wie die Schreibweise seines Namens, die zwischen Hingeston und Hingston variiert, allerdings die Aussprache „Hingston“ nahelegt. Jedenfalls ist sein Todesjahr 1683 zweifelsfrei überliefert, was dafür spricht, dass er als bekannter und geachteter Mann starb. Hing(e)ston brachte sein Leben in für England turbulenten Zeiten zu: Er diente den Stuart-Monarchen ebenso wie der Republik Oliver Cromwells und wurde von beiden ob seiner musikalischen Fähigkeiten geschätzt. Das spricht dafür, dass heutige Zuhörer dieser CD genau zuhören sollten, enthält sie doch offensichtlich Musik eines Komponisten, der nach seinemTod durchaus unberechtigt in eine jahrhundertelange Vergessenheit geriet.
Laufbahn in turbulenten Zeiten
Zu Lebzeiten gehörte John Hingeston zu den bekannten Musikern seiner Epoche: Sohn eines Pfarrers, machte er schon früh durch sein Orgelspiel auf sich aufmerksam; von den Diensten bei den Earls of Cumberland führte sein Weg zur weiteren Ausbildung nach London. Zu Zeiten Oliver Cromwells diente er als „Master of Music“, nach der Wiederherstellung der Monarchie wirkte er als Gambist und Verwalter der Blasinstrumente bei Hofe. Dort wurde der junge Henry Purcell sein Assistent und Nachfolger.
Musik einer hochstehenden Kultur
Im 17. Jahrhundert stand die Musik für Gambe in England in besonders hohem Ansehen: In jedem gebildeten Haushalt gehörte das „chest of viols“ zur musikalischen Grundausstattung – ein Sammlung von Gamben, die den gesamten Chor der Instrumente vom Sopran bis zum Bass umfasste. In dieser Tradition führt von John Hingeston über seinen Schüler John Blow (1649-1708) eine direkte Linie zu dessen Schüler Henry Purcell (1659-1695), dem einzigartigen Meister der englischen Musik am Ende des 17. Jahrhunderts, zu dessen Œuvre auch großartige Werke für Gambenensemble zählen.
Tiefgründig und einfühlsam
Christian Zincke und sein Ensemble Echo du Danube liefern eine Aufführung dieser Fantasien, deren Authentizität nicht nur in der makellosen Darstellung der polyphonen Linien der Partituren liegt, sondern die auch durch das unverhohlene musikalische Gespür der Interpreten und ihre Eintracht in der Gestaltung der Innigkeit dieser Stücke zum Ausdruck kommt.
Christian Zincke beschreibt sein besonderes Verhältnis zu John Hingeston selbst im Beiheft der CD folgendermaßen: „Wer war John Hingeston, warum sind er und seine Musik so gänzlich unbekannt, wie hat er sein Leben in diesen unruhigen Zeiten voller dramatischer Umwälzungen bewältigt? Die stille Kraft seiner Musik zeugt von einer würdevollen Haltung und menschlicher Tiefe. Mit dieser Aufnahme fügen wir dem schillernden Mosaik englischer Musik des 17. Jahrhunderts ein längst überfälliges Kapitel hinzu.“
Detmar Huchting [17.08.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| John Hingeston | ||
| 1 | Suite Nr. 2 F-Dur (à 6) | 00:05:25 |
| 3 | Suite Nr. 3 a-Moll | 00:06:52 |
| 6 | Suite Nr. 1 F-Dur (à 5) | 00:06:35 |
| 9 | Suite in g/G | 00:07:00 |
| 12 | Suite Nr. 8 d-Moll | 00:07:28 |
| 15 | Suite Nr. 2 g-Moll (à 5) | 00:06:31 |
| 18 | Suite Nr. 1 a-Moll | 00:08:34 |
| 21 | Suite c-Moll | 00:04:40 |
| 24 | Suite Nr. 6 d-Moll | 00:04:06 |
| 26 | Suite Nr. 1 a-Moll (à 6) | 00:04:43 |
Interpreten der Einspielung
- Echo du Danube (Ensemble)
- Christian Zincke (Leitung)
