Max Müller: "Was ich Dir noch sagen wollte..."
Buch und CD SM 369 bei Solo Musica
Der gebürtige Kärntner Max Müller entschied sich nach einem fünfjährigen Gesangs- und Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien für den Beruf des Schauspielers und war einige Jahre am Theater in der Josefstadt tätig, bevor er beim Fernsehen Karriere machte und dort seit 2000 vor allem in der Serie „Die Rosenheim-Cops“ Popularität errang. Nun, „in einem gewissen Alter“ (er ist Jahrgang 1965) möchte er gerne „öffentlich über Vergangenes nachdenken“, ohne die aufwändige Form einer Autobiographie zu wählen. Als leidenschaftlicher Briefeschreiber teilt er sich lieber in dieser Form mit. 12 (ungeschriebene) Briefe an ihm wichtige Personen arbeiten in lapidarer Kürze einige Stationen seiner Kindheit, seines Werdegangs und seines Arbeitslebens auf.
Reflektion und Rückblick
Wir begegnen Menschen, die ihn auf die eine oder andere Weise geprägt haben: Da ist die Lateinlehrerin, deren Erzählungen vom Gott Kairos ihn ermuntert haben, den „günstigen Augenblick beim Schopf zu packen“. Oder die Gesangslehrerin, die ihn zehn Jahre lang aufgebaut und betreut und dann trotzdem akzeptiert hat, dass er zum Sprechtheater gegangen ist. Freunde passieren Revue, verlorene und wiedergefundene, darunter der langjährige und unterdessen verstorbene TV-Partner Joseph Hannesschläger. Seiner Mutter, der er „eigentlich (schon) alles gesagt“ hat, dankt er hier speziell dafür, dass sie ihn als Knirps über das Kärntner Lied zum Singen gebracht hat. Die Inhaberin eines kleinen Schallplattenladens hat diese Liebe vertieft. Im letzten Brief dankt er seiner Stimme, die ihn – obschon oft von ihm sehr malträtiert – doch bis jetzt nicht im Stich gelassen hat.
Stimme und schauspielerisches Talent
Sie versagt ihm auch bei Gelegenheit dieser Aufnahme nicht ihren Dienst. Wir hören eine sehr angenehme, baritonale Sprechstimme, die ganz unverkünstelt die unprätentiösen Texte herüberbringt, immer wieder unterbrochen durch Elisabeth Daxers einfühlsame Improvisationen auf der Harfe. So ist diese CD in Buchform eine sehr persönliche, ja, eigentlich private Angelegenheit geworden, von der nicht ganz klar wird, welches Zielpublikum sie ansprechen könnte. Aber vielleicht wird sich der eine oder andere Hörer dadurch angeregt fühlen, für sich selbst auch eine Lebens-(Zwischen)Bilanz in dieser Form vorzunehmen. (E. P.)
Max Müller: Was ich Dir noch sagen wollte… Ungeschriebene Briefe
Buch und CD
Solo Musica SM 369
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