Selten gespielte Verdi-Oper erstmals an der Bayerischen Staatsoper
Diana Damrau und Charles Castronova in den Hauptpartien
Giuseppe Verdis selten gespielte Oper I masnadieri kommt zum ersten Mal auf die Bühne der Bayerischen Staatsoper. Johannes Erath inszeniert das Werk, basierend auf Friedrich Schillers Drama Die Räuber, als kammerspielartiges Familiendrama. Diana Damrau gibt ihr Rollendebüt als Amalia, an ihrer Seite ist Charles Castronovo als Carlo zu erleben. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht Michele Mariotti.
Nachdem Giuseppe Verdi mit seiner dritten Oper Nabucco (1842) und den darauffolgenden Werken internationale Bekanntheit erlangt hatte, erhielt er seinen ersten Kompositionsauftrag außerhalb Italiens. Für das Her Majesty‘s Theatre in London komponierte er I masnadieri, (1781). In der Handlung weicht der politische Konflikt einem persönlichen Zerwürfnis.
Die Uraufführung am 22. Juli 1847 in London wurde nicht zuletzt dank der Berühmtheit des Komponisten ein Erfolg und das Stück auch in Italien in den darauffolgenden Jahren viel gespielt. In München wurde die Oper bisher erst 2008 am Gärtnerplatztheater aufgeführt und kommt nun zum ersten Mal überhaupt an die Bayerische Staatsoper.
Familiendrama als Kammerspiel
Johannes Erath kehrt nach Un ballo in maschera (2016) für seine zweite Regiearbeit an die Bayerische Staatsoper zurück. Im Mittelpunkt des Stückes steht für ihn ein Familiendrama, geprägt von Verlust, missverstandenen Bedürfnissen und Eifersucht: „Das Grundthema ist die Beziehung zwischen Carlo und Francesco, die für mich die Geschichte von Kain und Abel widerspiegelt." Anders als bei Schiller und in Andrea Maffeis Libretto verlässt in Eraths Kammerspiel niemand das Haus der Familie Moor. Vielmehr entflieht Carlo der dunklen Realität in seinem Kopf – und nicht nur er. Von einer scheinbar realistischen Familiensituation ausgehend, im Saal einer herrschaftlichen Villa, fantasieren sich die Figuren immer tiefer in ihre Traumwelten. Ähnlich wie in der Stationendramaturgie der italienischen Oper angelegt wechseln die Perspektiven und treten miteinander in Konkurrenz. Das Bühnenbild reflektiert in seiner Schwarzweißoptik und seiner verzerrten, aufgebogenen Darstellung diese Verfremdungen, in denen sich die Hauptpersonen verstricken und doch immer weiter versuchen, dem Kern ihres Wesens näherzukommen.
Die Premiere am Sonntag, den 8. März 2020, um 18 Uhr wird live im Radio auf BR-KLASSIK übertragen. Weitere Vorstellungen am 11., 14., 18., 22., 26., 29. März und während der Opernfestspiele am 1. und 4. Juli 2020. Weitere Informatinen unter www.staatsoper.de
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