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Meldung vom 21.10.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Detlev Glanerts Orchestrierung von Fanny Hensels "Das Jahr"

Dirigentin Bar Avni gibt damit ihr Debüt bei der Dresdner Philharmonie

Mit einer Deutschen Erstaufführung und einem Dirigierdebüt präsentiert sich die Dresdner Philharmonie am 31. Oktober und 1. November im Kulturpalast. Bar Avni steht erstmals am Pult des Orchesters und dirigiert Fanny Hensels Das Jahr in der neuen Orchestrierung von Detlev Glanert. Der Komponist wird bei den Konzerten in Dresden anwesend sein. Die Orchestrierung entstand als gemeinsamer Auftrag der Dresdner Philharmonie, des Mozarteumorchesters Salzburg und des Scottish Chamber Orchestra.

Zwölf Charakterstücke

Fanny Hensels 1841 entstandener Klavierzyklus umfasst zwölf Charakterstücke, die jeweils einem Monat gewidmet sind. Inspiriert wurde das Werk von einer Italienreise mit ihrer Familie. Naturerlebnisse, Jahreszeiten und Eindrücke der Reise verbinden sich darin zu einem musikalischen Jahreslauf. Lange nahezu vergessen, gehört Das Jahr heute zu den bedeutendsten Werken der Komponistin. In Glanerts Fassung wird der ursprünglich für Klavier geschriebene Zyklus nun zum großformatigen Orchesterwerk. Die Dresdner Aufführungen sind die Deutsche Erstaufführung der neuen Orchestrierung.

Die Möglichkeit der Orchestrierung liegt in der Musik selbst

Für Glanert lag der Schritt zum Orchester bereits in Hensels Musik selbst. Beim Lesen der Partitur habe er unmittelbar einen Orchesterklang gehört. Besonders faszinierten ihn die zyklischen Verbindungen zwischen den einzelnen Monaten. Wiederkehrende melodische Wendungen, die er als „idées fixes“ bezeichnet, Tonartenbeziehungen und Übergänge lassen die zwölf Stücke als großen zusammenhängenden Gedankengang erscheinen. Bei seiner Instrumentation orientierte sich Glanert an einem Orchesterklang, wie er um 1841 denkbar gewesen wäre.

Dabei versteht er seine Arbeit ausdrücklich nicht als Überformung von Hensels Komposition. Vielmehr möchte er ihre musikalische Eigenständigkeit hörbar machen. Es wäre, so Glanert, unangemessen gewesen, mit einer Komponistin „in Dialog“ zu treten, die so lange zum Schweigen gebracht worden sei. Sein Ziel sei vielmehr, dass der Eindruck entstehe, Fanny Hensel habe Das Jahr selbst hervorragend orchestriert. Die Orchesterfassung versteht er als „eine klingende Einladung in eine (noch) unbekannte Welt“.

Bildhafte Momente

Dass diese Welt voller dramatischer und bildhafter Momente steckt, kommt Glanerts eigener Vorstellung vom Komponieren entgegen. Für ihn ist Musik grundsätzlich auch Theater: „Die Instrumente sind Figuren, die musikalischen Prozesse sind Handlungen von Einzelnen oder Gruppen.“ Ein Werk wie Das Jahr bietet deshalb eine ideale Grundlage für ein farbenreiches imaginäres szenisches Gewand.

Bar Avni erstmals bei der Dresdner Philharmonie

Mit Bar Avni gibt zugleich eine der profilierten Dirigentinnen ihrer Generation ihr Debüt bei der Dresdner Philharmonie. Die aus Israel stammende Musikerin wurde zunächst als Schlagzeugerin ausgebildet. 2024 gewann sie den internationalen Dirigierwettbewerb „La Maestra“ in Paris und erhielt dort zusätzlich fünf Sonderpreise. Von 2021 bis 2024 war sie Künstlerische Leiterin und Chefdirigentin der Bayer Philharmoniker in Leverkusen. Zu ihren künstlerischen Mentoren zählen unter anderem Barbara Hannigan und Yoav Talmi. Ein besonderes Augenmerk legt Avni auf die Dramaturgie und Zusammenstellung ihrer Konzertprogramme.

Vadim Gluzman ist Solist im zweiten Teil des Konzerts

Im zweiten Teil des Konzertabends steht mit Johannes Brahms’ Violinkonzert D-Dur eines der zentralen Werke des romantischen Violinrepertoires auf dem Programm. Solist ist Vadim Gluzman, dessen Repertoire von den großen Violinkonzerten des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur zeitgenössischen Musik reicht.

Konzertdetails

SA 31. Okt. 2026 | 19.00 Uhr

SO 1. Nov. 2026 | 18.00 Uhr

Kulturpalast Dresden

Fanny Hensel (geb. Mendelssohn), Das Jahr

12 Charakterstücke für Klavier, orchestriert von Detlev Glanert

Auftrag der Dresdner Philharmonie gemeinsam mit dem Mozarteumorchester Salzburg und dem Scottish Chamber Orchestra

Deutsche Erstaufführung

Johannes Brahms, Violinkonzert D-Dur

Vadim Gluzman | Violine

Dresdner Philharmonie

Bar Avni | Dirigentin

Konzerteinführung jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn.

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