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Meldung vom 29.05.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Wiener Staatsballett »KaiserRequiem«

Die Volksoper Wien zeigt an fünf Abenden ab dem 16. Juni die musikdramatische Tanzproduktion

Ab 16. Juni zeigt das Wiener Staatsballett in der Volksoper Wien wieder an fünf Abenden die musikdramatische Tanzproduktion KaiserRequiem, die Viktor Ullmanns Oper Der Kaiser von Atlantis mit Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem verschmelzen lässt. Kaiser Overall herrscht als Tyrann über Atlantis. Als er schließlich den Krieg Aller gegen Alle erklärt, beschließt der Tod, seine Arbeit einzustellen. In einem Akt populistischer Demagogie präsentiert sich der Kaiser als Erfinder der Unsterblichkeit. Doch ohne Tod versinkt das Land im Chaos. Der Kaiser muss erkennen, dass seine Macht gebrochen ist.

Einzigartige theatralische Klangwelt

Der Kaiser von Atlantis entstand als Parabel auf die ewige Wiederkehr von Gewalt, Krieg und Diktaturen 1943/44 im Konzentrationslager Theresienstadt kurz vor der Deportation Viktor Ullmanns und seines Co-Librettisten Peter Kien nach Auschwitz. Changierend zwischen Zeitoper, Mysterienspiel und Totentanz entfaltet die Partitur eine einzigartige theatralische Klangwelt, die Einflüsse Schönbergs und Mahlers ebenso zeigt, wie die Bewunderung für die Strenge und Klarheit Bachs oder die Faszinationskraft des Jazz. Für KaiserRequiem hat Omer Meir Wellber eine ungewöhnliche Verschränkung von Ullmanns knapp sechzigminütiger Kammeroper mit dem vielleicht berühmtesten Torso der Musikgeschichte geschaffen: Mozarts musikalischem Vermächtnis, dem Requiem d-Moll KV 626 – 1791 im Angesicht des eigenen Todes komponiert und vom Tod zerrissen.

Zusammenwirken von Musik, Gesang und Tanz

KaiserRequiem ist ein Dialog dieser beiden Werke über die großen Fragen des Menschseins, aber auch ein Zusammenwirken aller Sparten der Volksoper Wien: der Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts, Solistinnen und Solisten sowie des Chores und Orchesters der Volksoper in der Regie und Choreografie von Andreas Heise. Der an der Dresdner Palucca-Schule ausgebildete Künstler war Tänzer in Uwe Scholz’ Leipziger Ballett sowie im Norwegischen Nationalballett. Heute als Choreograph tätig, weiß er in seinen Arbeiten Gesang, Instrumentalmusik und Bewegung in einer ebenso feinen wie bildgewaltigen Körpersprache zu verbinden.

Zeugnis der Freiheit und der Menschlichkeit

»In der Musik liegt der Wille zum Leben«, war ein Credo Ullmanns. Sein Kaiser von Atlantis spricht von einer tiefen Auseinandersetzung mit Leben und Tod in einem existenziellen Ausnahmezustand. Er ist aber auch Wille zur Hoffnung, Opposition und Mahnung – Musik, die überlebt hat, weil sie nicht datiert ist, sondern jenseits ihrer Entstehungsumstände als Kunst an sich und damit als überzeitliches Zeugnis der Freiheit und Menschlichkeit vor uns steht.

KaiserRequiem, Volksoper Wien

www.volksoper.at

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