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Meldung vom 28.05.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Die Spielzeit 2026/27 der Griechischen Nationaloper

Neuproduktionen zwischen griechischer Tradition, Monteverdi und Strawinsky

Ein Gastspiel mit dem Titel „Nikos Kazantzakis: An Odyssey in Music“ in der New Yorker Carnegie Hall, eine Hommage an die griechische Dichterin Marianina Kriezi und Monteverdis L'Orfeo in der Regie von William Kentridge, koproduziert mit Glyndebourne und der New Yorker Metropolitan Opera: In dieser Kombination zeigt sich das Profil der Griechischen Nationaloper (GNO). Internationales Repertoire neben griechischen Eigenproduktionen, die sonst nirgends entstehen würden. Die Spielzeit 2026/27 umfasst sechs Neuproduktionen und ein Gastspiel des GNO-Orchesters in der Carnegie Hall. Dazu kommen sechs Wiederaufnahmen, darunter Robert Wilsons Otello, Tosca und das Familienstück Die Nachtigall des Kaisers von Lena Platonos.

Neue Kunst-Akropolis

Die GNO hat sich mittlerweile, einige Jahre nach der Eröffnung des Neubaus am Hafen von Piräus, einen festen Platz in der europäischen Opernszene erarbeitet und sich zur “Neue(n) Kunst-Akropolis” (Welt) entwickelt. Die kommende Saison dürfte das bestätigen. Das 1939 gegründete Haus ist seit 2017 im von Renzo Piano entworfenen Kulturzentrum der Stavros Niarchos Foundation in Athen zu Hause. Unter ihrem Künstlerischen Leiter Giorgos Koumendakis hat sich die GNO konsequent international geöffnet und erweitert. „Das Repertoire der Griechischen Nationaloper schlägt in der Saison 2026/27 mit bedeutenden Uraufführungen und Wiederaufnahmen neue Richtungen ein“, sagt Giorgos Koumendakis.

Die Neuproduktionen im Überblick

Monteverdis L’Orfeo

Am 30. Oktober 2026 bringt die GNO Claudio Monteverdis L’Orfeo erstmals zur Aufführung – jenes Werk von 1607, das die Gattung Oper begründet hat. Die Produktion entsteht als Koproduktion mit der Glyndebourne Festival Opera und der New Yorker Metropolitan Opera. Regie führt der südafrikanische Künstler William Kentridge. Er übersetzt den Mythos vom Sänger, der seine tote Geliebte aus der Unterwelt zurückholen will, durch Animation, Videoprojektion und Collage in ein vielschichtiges Bildtheater.

Tschaikowskys Pique Dame

Am 6. Dezember 2026 feiert die Neuproduktion von Tschaikowskys Pique Dame Premiere – Regie führt Stephen Langridge, Künstlerischer Leiter des Glyndebourne Festivals. Er siedelt die Handlung am Hofe Katharinas der Großen an. Am Pult steht Dmitri Jurowski, Dmitry Golovnin singt die Rolle des Hermann.

Strawinskys The Rake’s Progress

Ab 5. März 2027 läuft Igor Strawinskys The Rake’s Progress in der Inszenierung von Alexandros Efklidis – eine moralische Erzählung über das Streben nach Glück und die Grenzen des freien Willens. Efklidis liest die Oper als „lebendiges Opernmuseum“: eine Reise durch Epochen und Ästhetiken der Gattung selbst. Es dirigiert Jacques Lacombe, es singen u.a.: Anita Rachvelishvili, Dimitri Platanias und Danae Kontora.

Ballett: Tennessee Williams Endstation Sehnsucht

Ab 12. Februar 2027 tanzt das GNO-Ballett Endstation Sehnsucht nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Tennessee Williams: die Geschichte einer Frau, die nach einem frühen Trauma bei ihrer Schwester Zuflucht sucht und auf deren Mann trifft – eine Begegnung von Anziehung und Gewalt, in der die Illusion an der Wirklichkeit zerbricht. Valentina Turcu entwickelt aus dem Stoff eine choreografische Neuschöpfung in Koproduktion mit dem Slowenischen Nationaltheater Maribor.

Halbszenische Inszenierung

Beethovens Missa solemnis; szenisch; mit dem gesamten künstlerischen Ensemble der GNO – Zum Saisonfinale bringt die GNO Beethovens Missa solemnis erstmals in einer szenischen Fassung auf die Bühne – mit Orchester, Chor und Ballett des Hauses.

Konzert – Gastspiel in der Carnegie Hall

Bereits am 15. Oktober 2026, noch vor der Saisoneröffnung in Athen, reist das Orchester der GNO nach New York. In der Carnegie Hall spielt es ein Programm zu Ehren von Schriftsteller Nikos Kazantzakis (1883-1957) – mit Werken von Hadjidakis, Skalkottas, Mitropoulos, Koumendakis und Theodorakis, mit Anita Rachvelishvili (Mezzosopran) und Maria Kostraki (Sopran).

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