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Meldung vom 21.04.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Carmen, wie Bizet sie sah

Griechische Nationaloper Athen bringt Bizets Oper als originalgetreue Rekonstruktion der Erstaufführung

Vor 151 Jahren erlebte Carmen an der Opéra-Comique in Paris ihre Uraufführung – und polarisierte das Publikum so stark, dass Bizet die Bühne an jenem Abend gebrochen verließ. Nun bringt die Griechische Nationaloper das Werk in einer Form zurück, als originalgetreue Rekonstruktion jener legendären Erstinszenierung, erarbeitet vom Palazzetto Bru Zane auf Grundlage der originalen Regiebücher, Bühnen- und Kostümentwürfe. Mit einem Ensemble von Weltrang – darunter Gaëlle Arquez, Anita Rachvelishvili, Marina Viotti, Charles Castronovo und Andrea Carè – sowie Kostümen von Christian Lacroix und der Regie von Romain Gilbert ist die Produktion vom 30. April bis 4. Juni 2026 im Stavros-Niarchos-Saal des SNFCC in Athen zu erleben.

Künstlerisches Experiment

Regie führt der gefeierte junge französische Regisseur Romain Gilbert, der zuletzt Aufführungen an renommierten Häusern auf die Bühne geleitet hat – darunter die Opern von Barcelona, Neapel, Dallas, Bordeaux und Versailles sowie die Festivals von Aix-en-Provence und Baden-Baden. Die Herausforderung bei dieser Carmen liegt u.a. darin, innerhalb eines Rahmens zu arbeiten, der durch die erhaltenen Archivdokumente der Uraufführung zunächst vollständig vorgegeben scheint. Doch wie Gilbert selbst betont, wird „jenes berauschende Ding: die Freiheit!“ nicht aufgehoben, sondern durch tiefgründige Kenntnis des Materials abgesteckt und neu definiert. Die Regiebücher, Bühnen- und Kostümentwürfe sowie historische Quellen sind kein Korsett, sondern ein fruchtbarer Rahmen, „in dem Vielfalt, Kreativität, Vorstellungskraft und Subtilität“ zur Geltung kommen. Wo die Quellen präzise sind – bei Bühnenanordnung, Chorbewegungen, Körpergeometrie –, folgt die Regie ihnen genau. Wo sie „von Redseligkeit zu nahezu Schweigen“ wechseln, öffnet sich Raum für einen Dialog zwischen historischem Dokument und neuem künstlerischen Ausdruck.

Das Orchester der Griechischen Nationaloper wird von dem aufstrebenden Dirigenten Konstantinos Terzakis geleitet – in seiner sechsten Zusammenarbeit mit der GNO, nach der Oper La bohème, der konzertanten Aufführung von Flora mirabilis, den Balletten Coppélia und Carmen sowie der Verleihung der International Opera Awards 2025. Den GNO-Chor hat Agathangelos Georgakatos einstudiert, den Kinderchor der GNO Konstantina Pitsiakou.

Exzellentes Sänger-Ensemble

Die GNO hat eine Besetzung von Weltklasse zusammengestellt, zu der namhafte griechische Sängerinnen und Sänger zählen. Die Titelpartie teilen sich Gaëlle Arquez, Anita Rachvelishvili und Marina Viotti. Deie Rolle des Don José teilen sich zwei Tenöre: Charles Castronovo, bekannt für den warmen, lyrischen Klang und die tiefe Ausdruckskraft seiner Stimme sowie seine dramatische Gestaltung dieser Rolle an vielen der renommiertesten Opernhäuser der Welt; und Andrea Carè, dem griechischen Publikum bestens bekannt aus der GNO-Produktion von Madama Butterfly im Odeon des Herodes Atticus. Escamillo verkörpern drei griechische Künstler: der weltbekannte Bariton Dionysios Sourbis, zuletzt als Ford in Verdis Falstaff zu erleben; Tassos Apostolou, einer der renommiertesten Bässe seiner Generation mit umfangreicher Erfahrung in großen Repertoirerollen; sowie der jüngere Bariton Nikos Kotenidis. Die Rolle der Micaëla teilen sich drei GNO-Sopranistinnen: Vassiliki Karayanni, eine der bedeutendsten griechischen Sopranistinnen ihrer Generation mit starker internationaler Präsenz, debütiert in dieser Rolle; an ihrer Seite steht die junge Sopranistin Marilena Striftobola, während Maria Mitsopoulou in eine der Rollen zurückkehrt, mit denen sie besonders eng verbunden ist. Die Besetzung vervollständigen aufstrebende und etablierte griechische Künstlerinnen und Künstler.

Georges Bizet, Carmen

Neuproduktion - Historische Rekonstruktion der Uraufführung von 1875

30. April, 2./ 3./ 5./ 7./ 14./ 17./ 20./ 24./ 26./ 28. Mai & 4. Juni 2026

Beginn: 19.00 Uhr (Sonntags: 18.30 Uhr)

Stavros Niarchos Saal der GNO – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center

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