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Meldung vom 22.03.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Gürzenich-Orchester Köln in der Saison 2026-27

Zweite Saison von Generalmusikdirektor der Stadt Köln Andrés Orozco-Estrada

Mit einem Schwerpunkt auf spätromantischen Orchesterwerken, großen Vokalprogrammen und einer Uraufführung von Matthias Pintscher startet das Gürzenich-Orchester Köln in die Konzertsaison 2026/27. Ein besonderer Höhepunkt ist die Wiederentdeckung von Johannes Brahms’ Gesang aus Fingal in einer Fassung für Orchester, die erst kürzlich im Archiv des Orchesters gefunden wurde. Unter der Leitung von Gürzenich-Kapellmeister Andrés Orozco-Estrada verbindet die neue Saison die traditionsreiche Geschichte des Orchesters mit neuen künstlerischen Impulsen.

Start in die zweite Saison von Orchester und Chefdirigent

»Unsere gemeinsame Reise hat schon so spannend begonnen! Die große Flexibilität aller Musikerinnen und Musiker des Gürzenich-Orchesters ermöglicht ein enormes Repertoire. Dieses nun gemeinsam neu zu gestalten – ob vertraute Werke oder spannende Entdeckungen – wird auch in dieser Saison meine größte Freude sein. Köln hat mich als Stadt so offen aufgenommen, und ich freue mich sehr auf viele persönliche Begegnungen mit den Kölnerinnen und Kölnern. Es liegt mir besonders am Herzen, dass unsere Musik nicht nur im Konzertsaal erklingt, sondern die Menschen auch darüber hinaus erreicht.« Andrés Orozco-Estrada

Schwerpunkt Spätromantik

Inhaltlich knüpft das Gürzenich-Orchester mit Werken der Spätromantik und der Moderne an seine traditionsreiche Geschichte an. Andrés Orozco-Estrada setzt seinen über mehrere Spielzeiten hinweg geplanten Gustav-Mahler-Zyklus mit der 6. Sinfonie fort und vertieft damit den Schwerpunkt auf der Musik der Jahrhundertwende.

Als Hommage an die Geschichte des Orchesters erklingt die Urfassung von Béla Bartóks Tanzpantomime Der wunderbare Mandarin – ein Werk, das einst vom Gürzenich-Orchester uraufgeführt wurde. Mit Matthias Pintschers Suite zu seiner Oper Das kalte Herz steht zudem eine bedeutende Uraufführung auf dem Programm.

Neue Gesprächskonzertreihe

Die erfolgreichen »offenen Proben« werden fortgesetzt und um eine neue Gesprächskonzertreihe erweitert: Unter dem Titel »Kurz und klassisch mit Andrés« führt der Chefdirigent persönlich durch halbstündige moderierte Konzerte, die in Kooperation mit dem Deutschlandfunk aufgezeichnet und ausgestrahlt werden.

Vokalwerke zur Operneröffnung

Als Orchester der Oper Köln wird das Gürzenich-Orchester die Wiedereröffnung des Opernhauses am Offenbachplatz mit zahlreichen Vokalwerken feiern. Bereits zur Saisoneröffnung erklingen Auszüge aus George Gershwins Porgy and Bess mit dem Kölner Bürgerchor und dem Ensemble »A Song for You«. Der Wiener Singverein ist erstmals beim Gürzenich-Orchester zu Gast und wird mit Johannes Brahms’ Schicksalslied sowie Leonard Bernsteins Chichester Psalms zu erleben sein.

Ein besonderes Ereignis verspricht die Aufführung von Johannes Brahms’ Gesang aus Fingal: Der spektakuläre Fund der gestochenen und handschriftlichen Stimmen einschließlich der Partitur im Jahr 2023 im Archiv des Gürzenich-Orchesters wird erstmals im Sonderkonzert zum 40. Jubiläum der Kölner Philharmonie mit einem Projektchor des Netzwerk Kölner Chöre vorgestellt.

Sakari Oramo, Artistic Partner des Orchesters, dirigiert eine konzertante Aufführung von Alban Bergs Oper Lulu in der unvollendeten Urfassung. Susanna Mälkki leitet den »Ring ohne Worte«, Ton Koopman dirigiert Mozarts Requiem.

Herausragende Gäste

Zu den Debütanten der Saison zählen der Pianist Eric Lu, der Organist Cameron Carpenter sowie die Cellistinnen Anastasia Kobekina und Senja Rummukainen. Am Pult stehen erstmals Vilmantas Kaliūnas, Julie Røssland und Antonello Manacorda. Sebastian Kohlhepp wird als Parsifal sein Rollendebüt feiern.

Zugleich kehren zahlreiche künstlerische Weggefährten des Orchesters nach Köln zurück – darunter Frank Peter Zimmermann, Susanna Mälkki, Riccardo Minasi, Emmanuel Tjeknavorian, Michael Sanderling und Benjamin Grosvenor.

Musik für alle

»Für alle« lautet der Titel der Musikvermittlung des Gürzenich-Orchesters. Er steht programmatisch für ein Angebot, das heute alle Generationen umfasst – von musikalischen Programmen für Kleinkinder bis hin zu Projekten für Seniorinnen und Senioren. Bei den »Unterwegskonzerten« sind Ensembles des Orchesters in Kitas und Senioreneinrichtungen zu erleben. Familienkonzerte finden sowohl in der Philharmonie als auch in Bürgerzentren der Stadt statt – teilweise als Relaxed Performances mit integrativem Ansatz.

Die Konzertreihe »Bock auf Klassik – Klassik und Kölsch« für junge Erwachsene zum Einheitspreis von 8 Euro bei freier Sitzplatzwahl inklusive Freigetränk und After Hour wird auf drei Konzerte erweitert.

Partizipative Projekte wie der Kölner Bürgerchor und das Bürgerorchester ermöglichen Hobbymusikern, gemeinsam mit Mitgliedern des Orchesters auf der Bühne der Philharmonie zu stehen.

Mit dem Jugendzentrum »Anyway« entsteht zudem eine neue Kooperation, die einen offenen kulturellen Raum für und mit queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen schafft.

Gastspiele

Auch international wird das Gürzenich-Orchester in der kommenden Saison als Kulturbotschafter der Stadt Köln unterwegs sein. Geplant sind Konzertreisen nach Spanien, Belgien, in die Niederlande und nach Südamerika.

Ein Orchester für die Stadt

Die Saison 2026/27 verbindet künstlerische Höhepunkte mit einem klaren kulturpolitischen Anspruch: Das Gürzenich-Orchester versteht sich nicht nur als internationaler Klangkörper von Rang, sondern als lebendiger Bestandteil der Musikstadt Köln – traditionsbewusst, weltoffen und fest in der Stadtgesellschaft verankert.

www.guerzenich-orchester.de

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