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Meldung vom 05.03.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Mike Svobodas Orchesterwerk "Pas de deux"

UA mit dem Kammerorchester Basel unter der Leitung des Komponisten in Zürich

Mit seinem neuen Orchesterwerk Pas de deux, entstanden für das Kammerorchester Basel, spürt Mike Svoboda ein weiteres Mal der formenden Kraft des Rhythmus nach. Der Zürcher Uraufführung unter Leitung des Komponisten am 9. März folgt Ende des Monats die belgische Premiere auf Station in Liège. Mike Svobodas neues Orchesterwerk steht in Beziehung zur jüngsten Oper des Komponisten, Adam und Eva, die im Mai 2025 bei den Schwetzinger Festspielen uraufgeührt wurde und Ende letzten Jahres eine weitere Aufführungsserie am Landestheater Linz erlebte.

In ihr werden, auf Grundlage der gleichnamigen Komödie von Peter Hacks, fundamentale Gegensätze ausgehandelt: Frau und Mann, Gut und Böse, Transzendenz und moderner Alltag. Solcher Widerstreit ist auch musikalisch dankbar. Kein Wunder also, dass er Svoboda bei der Realisierung eines Kompositionsauftrages für das Kammerorchester Basel weiter beschäftigte – bis hin zu einer orchestralen Paraphrase der Schlussszene aus Adam und Eva als Kulminationspunkt, einer „Proklamation individueller Freiheit, Verantwortung und Kreativität“, so der Komponist.

Wechselspiel der Kräfte

Dem 12-minütigen Werk, besetzt für ein kleines Orchester mit doppelten Bläsern, Schlagzeug und elektronischer Verstärkung, gab Svoboda den Titel Pas de deux. Mag man dabei spontan an das romantisch-harmonische Schweben eines klassischen Ballett-Paars über die Bühne denken, wird man schnell eines Besseren belehrt durch einen Puls von 288 beats per minute. Und wenn man liest, dass der Arbeitstitel der Komposition ursprünglich „Evas and Adam’s dance fight“ lautete, ist klar, dass der antagonistische Aspekt des Paartanzes betont wird. „Das Stück zeichnet soziale Interaktion in ihrer grundlegendsten und zugleich freudvollsten Form nach: als Tanz, wie er in allen Kulturen der Welt gefeiert wird“, erklärt Mike Svoboda und beschreibt seine Partitur als „Wechselspiel zweier Kräfte: Adam und Eva, du und ich, sie und wir – ein Hin und Her, ein Schwanken und Drehen, ein Schieben und Ziehen“. Formal werden aus der klassisch vierteiligen Ballettform des Pas de deux die Abschnitte Entrée, Adagio, Variationen und Coda abgeleitet. Zentrale Funktionen im musikalischen Geschehen erfüllen ein verstärkter, in der Mitte des Orchesters platzierter Kontrabass als Impulsgeber sowie je eine Violine und ein Cello als tanzende Solisten.

Der Komponist als Dirigent

Das Kammerorchester Basel wird bei der ersten Aufführungsserie von insgesamt vier Konzerten vom Komponisten selbst dirigiert. Mit von der Partie bei dem Programm, das weitere Werke tänzerischen Charakters umfasst, ist die Geigensolistin Bomsori Kim.

Mike Svoboda: Pas de deux

für Orchester (2025) 12 Min.

Belgische EA: 27.03.2026 Salle Philharmonique, Liège

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