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Meldung vom 05.06.2024

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Nicholas Collon übernimmt für Myung-Whun Chung

11. Symphoniekonzert der Staatskapelle Dresden

Einen Hymnus auf die »übermenschliche, überschäumende, blendende und maßlose Freude« nannte Olivier Messiaen seine epochale Turangalîla-Symphonie, der sich die Sächsische Staatskapelle Dresden im 11. Symphoniekonzert widmet. Unter der Leitung des Dirigenten Nicholas Collon, der für den krankheitsbedingt verhinderten Myung-Whun Chung übernimmt, sowie mit den Solisten Pierre-Laurent Aimard am Klavier und Cynthia Millar an den Ondes Martenot erwartet das Publikum ein Grenzen sprengendes Hörerlebnis.

Opulenter Klang

Vielleicht war es eine Gegenreaktion auf die Einschränkungen seiner einjährigen Kriegsgefangenschaft im Stammlager Görlitz: Olivier Messiaen vereint in seiner zwischen 1946 und 1949 entstandenen, zehnteiligen Turangalîla-Symphonie eine seltene Fülle an musikalischen Stilrichtungen, lässt Vogelgezwitscher oder indische Rhythmen erklingen und setzt auch bei der Instrumentalisierung des Orchesters auf Opulenz: Neben dreifach besetzten Holzbläsern, üppigem Blech und einer eindrucksvollen Streichergruppe, sind es die »Klaviaturinstrumente« Glockenspiel, Celesta und Vibraphon sowie eine reichhaltig besetzte Schlagzeuggruppe, die den gängigen Rahmen sprengen. Für Aufsehen sorgt aber vor allem die zusätzliche Verwendung zweier Soloinstrumente: Des Klaviers und der elektroakustischen Ondes Martenot mit ihrem charakteristischen, vielfältig variierbaren Klang. Für die vom Publikum gefeierte Uraufführung am 2. Dezember 1949 leitete der noch junge Leonard Bernstein das Boston Symphony Orchestra. Die Sächsische Staatskapelle Dresden spielte das Werk bisher ein einziges Mal im Jahr 2008 unter der Leitung von Myung-Whun Chung.

Mit Messiaens Werk vertraut

Der in London geborene Nicholas Collon ist ausgebildeter Bratschist, Pianist sowie Organist und studierte als Orgelstipendiat am Clare College in Cambridge. Als Dirigent wird er für seinen eleganten Stil, seinen forschenden musikalischen Geist und seine inspirierende Musikalität geschätzt. Er ist Chefdirigent des Finnischen Radiosinfonieorchesters und Gründer sowie Chefdirigent des Aurora Orchestra. Von 2016 bis 2021 war er Chefdirigent des Residentie Orkest in Den Haag und von 2017 bis 2022 Erster Gastdirigent des Gürzenich-Orchesters. Messiaens »Turangalîla-Symphonie« dirigierte er zuerst 2022 und wird das Werk 2024 im Rahmen der BBC Proms mit dem BBC Philharmonic Orchestra erneut auf die Bühne bringen.

Pianistische Autorität

Pierre-Laurent Aimard gilt als Autorität auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik. Er arbeitete eng mit führenden Komponisten zusammen, darunter Helmut Lachenmann, Elliott Carter, György Kurtág, Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Olivier Messiaen. Sein Wirken wurde mit zahlreichen Auszeichnungen wie dem Ernst von Siemens Musikpreis (2017) geehrt. Aimard ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, hatte eine Professur an der Hochschule für Musik und Tanz Köln inne und war zuvor außerordentlicher Professor am College de France in Paris.

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