Premiere von Ferran Cruixents erster Kammeroper
Theater Heidelberg bringt Thasos und Europa am 21. Mai 2023
Gleich mehrfach sind in den kommenden Wochen Ur- und Erstaufführungen von Werken des katalanischen Komponisten Ferran Cruixent zu erleben. Neben drei spanischen Erstaufführungen in Cruixents Geburtsstadt Barcelona erklingt sein Schlagzeugkonzert erstmals in Japan, während in Heidelberg das erste Musiktheaterwerk des 1976 geborenen Komponisten Weltpremiere feiert. Ferran Cruixents 2008 für den mittlerweile verstorbenen Peter Sadlo geschriebenes Schlagzeugkonzert mit dem bildhaften Titel Focs d’artifici (dt. „Feuerwerk“) hat sich seit seiner Uraufführung einen festen Platz auf den Programmen erobert. Nach zahlreichen Aufführungen in Deutschland wurde es unter anderem in China, Spanien, Mexiko und Kolumbien erstaufgeführt. Nun folgt die japanische Erstaufführung, die der Schlagzeuger Takeshi Sumi und das Kansai Philharmonic Orchestra unter Sachio Fujioka am 6. Mai bestreiten.
In Heidelberg wird schließlich Ferran Cruixents erste Kammeroper aus der Taufe gehoben. Vom Theater Heidelberg in Auftrag gegeben, ist Thasos und Europa Teil des europäischen Musiktheaterprojekts „Archiv der Stimmen“. Unter dem Dach des Vereins „Arbeit an Europa“, der das Ziel hat, den europäischen Gedanken zu erforschen und weiter zu tragen, werden im Rahmen des Projekts seit 2018 Interviews mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geführt, die zwischen 1920 und 1945 geboren wurden und im Gespräch ihre ganz persönliche Vision von der europäischen Idee schildern.
Europa als Ideal
Einige der prägnantesten und theatralisch wirksamsten Geschichten werden als Ausgangspunkt für die Neukomposition von Musiktheaterwerken genommen, so auch für Cruixents Beitrag zu diesem Projekt: „Im Fall von Thasos und Europa basiert die Idee für das Libretto von Emanuel Maeß auf einem Interview mit dem griechischen Schriftsteller Vassilis Vassilikos“, berichtet der Komponist. „Die Kammeroper geht von der griechischen Tragödie aus und dient als Referenz für die Konfrontation von Idealen, wenn Thasos nach 3.000 Jahren wieder mit seiner Schwester Europa zusammentrifft. Das Werk ist inspiriert von musikalischen Elementen der antiken griechischen Tragödie: dem Chor, einigen instrumentalen und perkussiven Elementen sowie Zitaten aus verschiedenen musikalischen archäologischen Fragmenten, wie dem Papyrus von Zenon (200 v. Chr.), oder dem Fragment von Euripides-Orestes (408 v. Chr.). Darüber hinaus basieren mehrere musikalische Zellen auf dem Tetrachord, der typisch für das Modalsystem der antiken griechischen Musik war. Es gibt auch noch ein Motiv, das Dionysos gewidmet ist.“
21. Mai 2023, Theater Heidelberg
Ferran Cruixent: Thasos und Europa. Kammeroper in einem Akt – Uraufführung
Solisten des Theaters Heidelberg, Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Heidelberg
Dietger Holm, Leitung.
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