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Meldung vom 18.06.2022

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Letzte Premiere der Saison an der Semperoper

Schostakowitschs Oper »Die Nase« beschließt den Premierenregen

Mit der Premiere von Dmitri Schostakowitschs Oper Die Nase beschließt die Semperoper am Samstag, 2. Juli 2022 ihren saisonalen Premierenreigen. Peter Konwitschny, dessen Inszenierung von Bellinis Norma bereits den Premierenauftakt gab, zeichnet auch für die Regiearbeit dieser letzten Neuproduktion in der laufenden Spielzeit verantwortlich. Neben dem dänischen Bariton Bo Skovhus in der Hauptpartie sowie dem deutsch-finnischen Bariton und Sächsischen Kammersänger Jukka Rasilainen als Barbier ist unter anderem Tenor James Kryshak hervorzuheben. Der US-Amerikaner gibt am Premierenabend sein Dresdner Hausdebüt unter der Musikalischen Leitung von Petr Popelka, der erstmals eine Opernpremiere im großen Haus der Semperoper dirigiert.

Absurde Handlung, musikalische Raffinesse

Basierend auf Texten von Gogol und Dostojewski und musikalisch beeinflusst von Mussorgskis Opernfragment »Die Heirat« und Bergs »Wozzeck«, entwickelte der erst 22-jährige Komponist Dmitri Schostakowitsch seine sarkastische Opernerzählung »Die Nase«. In filmischer Drastik stoßen die kurzen Szenen der Handlung aufeinander und vereinen ein Kaleidoskop kompositorischer Impressionen von Galopp, Polka, russisch-orthodoxer Kirchenmusik über Volksmusik und orchestralen Balalaika-Klängen bis hin zum ersten autarken Schlagwerkstück der Operngeschichte.

Obgleich das Leningrader Publikum die absurde Handlung und musikalische Raffinesse der Oper bei deren Uraufführung im Jahre 1930 begeistert aufnahm, verbannte die kommunistische Führung der noch jungen Sowjetunion das politisch brisante Werk von den Spielplänen. Erst 1963 kehrte Die Nase, von deren Handlung der Komponist selbst sagte, sie sei »eher schrecklich als lustig«, in Düsseldorf als deutsche Erstaufführung auf die Bühne zurück, um dann noch einmal elf Jahre später in ihrem Entstehungsland wiederentdeckt zu werden.

Satirische Gesellschaftskritik

Der für seine ebenso präzisen wie polarisierenden Inszenierungen nicht unumstrittene Regie-Altmeister Peter Konwitschny hat Schostakowitschs musiktheatrale Gesellschaftskritik aus der Frühzeit des sowjet-kommunistischen Staates für Dresden in die Jetzt-Zeit transponiert. Seine mit Spannung erwartete Neuinterpretation macht mit den Mitteln der Kunst die Bedrohung des Individuums durch eine gleichgeschaltete Masse als stets dringliche Warnung eindringlich erfahrbar. Für Kostüme und Bühnenbild konnte mit dem Hallenser Helmut Brade einer der einflussreichsten zeitgenössischen Künstler und Denker gewonnen werden. Brade, den in seiner bedeutenden Karriere eine langjährige Zusammenarbeit mit Konwitschny verbindet, zeichnet sich in seinem bildnerischen Werk ebenso wie in seinen Veröffentlichungen durch eine dezidiert kosmopolitische Haltung wie einfühlend analytische Sicht auf die Welt aus.

Dmitri Schostakowitsch: Die Nase

Mit Bo Skovhus, Jukka Rasilainen, James Kryshak, Katerina von Bennigsen u.a.

Sächsische Staatskapelle Dresden spielt unter der Musikalischen Leitung von Petr Popelka.

Es singen der Sächsische Staatsopernchor Dresden und der Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper Dresden. Premiere am Samstag, 2. Juli 2022 um 19 Uhr. Weitere Vorstellungen am 7., 10. und 13. Juli 2022 sowie am 18., 21. und 30. September 2022

Karten für alle Vorstellungen sind in der Schinkelwache am Theaterplatz (T +49 (0)351 4911 705) und online erhältlich. Weitere Informationen unter semperoper.de.

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