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Meldung vom 12.09.2020

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Langemann-Komposition für MDR-Rundfunkchor

UA von Langemann-Komposition für MDR-Rundfunkchor

Durch Corona ist es für den großen MDR-Rundfunkchor derzeit unmöglich, seinen Vielklang live vollständig zu entfalten, da nur kleinere Gruppen gemeinsam singen dürfen. Eine neue Komposition im Auftrag des MDR beschäftigt sich künstlerisch mit dieser Ausnahmesituation und überwindet die Einschränkungen virtuell. Inseln – Gesang von ferner Nähe von Michael Langemann wird komplett am 18. September auf http://www.mdr-klassik.de per Video uraufgeführt, vorab veröffentlicht der MDR ab dem 12. September einzelne Bausteine des Werks. Inseln macht trotz der strikten Abstandsregeln den MDR-Rundfunkchor in seiner Größe, seiner Vielgestaltigkeit und seinem einzigartigen Klang erlebbar. Möglich wird dies durch die kreative Struktur der Komposition, deren einzelnen Bausteine sich zu einem mehrdimensionalen Klangpuzzle zusammenfügen. MDR KLASSIK lädt dazu ein, das Werk im Netz spielerisch zu erleben: Das Publikum kann das Wachstum einer Chorkomposition verfolgen - und darin gespiegelt, wie der Chor selbst erneut "zusammenwächst".

Literarische Inspirationsquellen

Inhaltlich geben die sechs Teile von Inseln den Gefühlen angesichts der coronabedingten Einschränkungen Ausdruck, von Schwermut über Zorn bis zu Sehnsucht. Dabei bezieht sich Michael Langemann auch auf literarische Inspirationsquellen wie Boccacios Decamerone, dessen Erzählungen sich vor dem Hintergrund einer anderen Pandemie, der im Jahr 1348 in Florenz wütenden Pest, entfalten: "Boccaccios Worte aus dem ,Decamerone' geben die Bedeutung des freundschaftlichen Trostes in der Abgeschiedenheit wieder, Hölderlins Verse aus ,Zornige Sehnsucht' kann man als Reaktion auf den Seelenzustand während des Lockdowns verstehen und Schillers ,Ode an die Freude' als Metapher des wachsenden Wunsches, die Vereinzelung zu überwinden und gemeinsam Nähe und Musik live zu erleben. Abschnitte der Sprachlosigkeit wechseln sich mit den drei textierten Teilen ab: Das Summen und die Vokalisen sind als Sinnbild des Verstummens auch der Musik deutbar."

Der Komponist hat die Struktur von Inseln so angelegt, dass die einzelnen Bausteine in vollständig getrennten Sessions der einzelnen Chorgruppen stattfinden konnten. Realisiert wurden die Aufnahmen mit dem MDR-Rundfunkchor Anfang Juli in der Leipziger Peterskirche unter der künstlerischen Leitung von Philipp Ahmann.

Zur Uraufführung von Inseln wird Philipp Ahmann am 18. September als Studiogast bei "MDR um 11" im MDR-Fernsehen das Chorprojekt vorstellen. MDR KLASSIK und MDR KULTUR senden ab dem 12. September vertiefende Beiträge, Gespräche und Hintergründe, z.B. im Chormagazin am 13. September um 19.00 Uhr sowie im MDR KLASSIK-Gespräch am 16. September um 9.35 Uhr.

http://www.mdr-klassik.de

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