»taranteller« — den irrsinn kredenzen…!
»tanz den pastateller« & Konzert mit Herrmann & Jahnke
Die Akademie für interdisziplinäre Prozesse verwandelt am 15. August 2020 ab 13:30 Uhr den Offenbacher Goetheplatz zum zweiten Mal in eine fröhliche Südapulische Piazza mit dem „Taranteller-Tanzwettbewerb“ und herzlicher Gastfreundschaft. Beim Tanzwettbewerb bekommen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Pastateller unter die Füße und beginnen zur Musik der wunderbar authentischen italienischen Musik auf diesen ganz verrückt zu tanzen, bis der letzte Teller dem Irrsinn zum Opfer gefallen ist. Der/Diejenige, der/die zuletzt auf einem unzerbrochenen Teller tanzt ,gewinnt direkt im Anschluss ein 3-Gänge-Dinner für Zwei in der Abendsonne mitten auf dem Offenbacher Goetheplatz.
Anmeldung direkt auf dem Goetheplatz Offenbach am 15. August 2020 ab 13.30 Uhr. 5€ Spende für Bruch & Porzellanbeitrag
Die Tarantella
Die Tarantella ist ein aus Süditalien Stammender Volkstanz. Sie zeichnet sich durch eine schnelle Musik im 3/8- oder 6/8-Takt aus. Der wilde Tanz sollte dabei eine Therapie gegen Spinnengift darstellen: Die Musiker kamen ins Haus des Patienten oder auf den Marktplatz und begannen zu spielen. Der von der Tarantel Gebissene tanzte bis zur völligen Erschöpfung, um das Gift aus dem Körper zu treiben. Daraus wurden 1856 durch ein Erlebnis der Rosella und Enrico Stracci in Südapulien der sogenannte „Taranteller“.
Die Geschichte der Taranteller
Im Jahre 1856 war Enrico Stracci Bürgermeister von Valle de la Piastra in Südapulien. Das mittlerweile dem Bauboom zum Opfer gefallene „Tal der Teller“ hatte seinen Namen durch die besondere Tellerform erhalten, die dort erfunden wurde. Zu dieser Zeit gab es im Land sehr viele Spinnen, darunter auch die apulische Tarantel. Diese Webspinnenart liebt warme und feuchte Wohnröhren und krabbelt zur Eiablage daher gerne auch in warme Speisen. Um das zu verhindern, hatten die Appulier ihre Teller mit besonders hohen Rändern versehen, was später die klassische Form der italienischen Pastateller wurde.
Der Erzählung nach war die Frau des Bürgermeisters Rosella eine begnadete Köchin. Als sie an einem heißen Sommertag Mitte Juli das Mittagessen kochte, kam ihr Mann in die Küche, um sich eine Nudel zu stibitzen. Als er in die Spaghettischüssel fasste, saß dort eine Tarantel. Sie biss ihn in den Finger und floh dann auf den Boden. Nach alter apulischer Tradition begann Enrico sofort, wild die Tarantella zu tanzen, um sich das Tarantelgift aus dem Körper zu schwitzen.
Rosella wiederum – um sich selbst vor der umherkriechenden Spinne zu schützen – stellte sich schnell auf einen der Teller mit dem hohen Rand und rief ihrem Mann zu, es ihr gleich zu tun. Durch den Lärm herbeigerufene Nachbarn fanden das Ehepaar Stracci so auf Tellern tanzend in der Küche. Da nach altem Volksglauben die Wirkung des Austanzens mit steigender Tänzerzahl immer besser wird, schnappte sich jeder einen Teller und machte mit. Als schließlich der letzte Teller zerbrochen und das ganze Gift aus Enrico herausgetanzt war, wurde der beste Tellertänzer von Rosella mit einer großen Portion Tagliatelle belohnt und man beschloss, diese grandiose Rettung Enricos von nun an jährlich mit dem „Taranteller“ fest zu feiern.
Einige Jahre später kam ein junger Mann auf einer Italienrundreise durch den Ort und war sowohl von den sonderlichen Tanzgewohnheiten als auch von den ausnehmend schönen Tellern sehr angetan. 1879 gründete er im Fichtelgebirge in Oberfranken die Porzellanmanufaktur Rosenthal. Die Geschichte der Taranteller fand so auch ihren Weg nach Deutschland. Sie geriet jedoch in Vergessenheit und wurde erst vor kurzem bei Renovierungsarbeiten im denkmalgeschützten Anwesen der Familie Krohnberger in Kothigenbibersbach wiederentdeckt.
Der aus dem Fichtelgebirge stammende afip-Gründer Lutz Jahnke & Kollektiv lassen nun am 15. August 2020 in Offenbach zum zweiten Mal diese Tradition wieder aufleben.
Zur ersten #taranteller: http://www.afip-hessen.de/taranteller/
Wer an der Taranteller teilgenommen hat, bekommt 5€ Ermäßigung auf das hier nachfolgende Konzert.
Parkside im Hof: Christopher Herrmann/Lutz Jahnke — LIVE
Samstag 15.08.2020 | 19:30/20:00 Uhr:
Christopher Herrmann | cello, flöte, bassklarinette, Lutz Jahnke | drums
Das Festival im Hof der Parkside-Studios soll ab Anfang Juli bis Mitte August jeweils von Donnerstag bis Samstag laufen. Mit dem alten Industriebau als Kulisse ist Kino, Theater und Livemusik geplant. Als Veranstaltende dabei sind unter anderem die Kinoinitiativen Lederpalast und Filmklubb Offenbach sowie die Volker Rebell und die Akademie für interdisziplinäre Prozesse, begleitet durch die Stadt Offenbach.
„Es ist mir wichtig, in dieser schwierigen neuen Zeit auch den lokalen Künstlern Platz zu bieten“ betont Oberbürgermeister und Kulturdezernent Felix Schwenke (SPD).
Frankfurt-Ticket-Link: https://tickets.frankfurtticket.de/eventim.webshop/webticket/bestseatselect?eventId=39552. Achtung, es gibt nun eine Abendkasse!
Mehr Infos: www.afip-hessen.de
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