Dr. Otto Kasten-Preis 2019 für Behzad Borhani
Mit dem Dr. Otto Kasten-Preis zeichnet die Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins alle zwei Jahre junge Theaterschaffende aller Sparten aus. In diesem Jahr wird er zu gleichen Teilen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Künstlerinnen und Knstlern aufgeteilt: auf die Tänzerin des Theater Bielefeld Noriko Nishidate sowie Behzad Borhani, den Leiter für Kommunikation und Vernetzung des Stadttheater Gießen. Ausgezeichnet wird er für sein herausragendes Engagement im Bereich Öffentlichkeits- und Vermittlungsarbeit.
In der Begründung der Jury heißt es: „Seit vielen Jahren realisiert Behzad Borhani eigene, höchst kreative Vermittlungsformate und Konzepte, ist Netzwerker nach außen und innen und besticht dabei durch hohe Kompetenz, intelligente Kreativität, Integrität und außergewöhnliche Kommunikationsfähigkeit, auch im kontroversen Diskurs. In besonderer Weise hat sich Behzad Borhani stets um das Theater und dessen Verortung in Stadt und Region sowie die Integration von Zuwanderern in die Gesellschaft verdient gemacht.“ Hervorgehoben wird „seine besondere Gabe, vielfältigste Institutionen und Vereine zu vernetzen und mit dem Stadttheater zu verbinden“.
Dr. Carsten Scherließ, Schulleiter an der Goetheschule Wetzlar und ehemaliger Schulleiter der Liebigschule Gießen sowie Tutor und enger Weggefährte von Borhani, übernahm die Laudatio in Nürnberg und würdigte ebenso die breitgefächerte Vernetzungsgabe des Preisträgers. Jüngstes Beispiel dafür ist die Europawoche im Mai, in der die taT-studiobühne zum TREFFPUNKT EUROPA geworden war. Zahlreiche Aktive und Initiativen der Region sowie des Theaters hatten sich unter diesem Motto in Veranstaltungen und Aktionen mit der Europawahl auseinandergesetzt, von Borhani federführend organisiert. Regelmäßig moderiert er zudem zusammen mit Prof. Claus Leggewie die Diskussionsreihe DIE OFFENE GESELLSCHAFT, betreut das Volunteerprogramm des Theaters sowie die Theaterreferenten, war an der Einführung des Theatersemestertickets beteiligt und hat das kurzweilamt, das Foyer der taT-studiobühne, mit verschiedenen Formaten als eigenen Veranstaltungsraum etabliert. Borhani war außerdem daran beteiligt, das HAUS DER KARTEN als Vorverkaufsstelle auch für freie Bühnen, Konzerte und Festivals in Stadt und Kreis einzurichten, die nicht über eigene Vertriebsmöglichkeiten verfügen.
Der studierte Politikwissenschaftler Behzad Borhani ist seit 2003 in verschiedensten Funktionen am Stadttheater tätig. In der Spielzeit 2004/2005 absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Abteilung Kinder- und Jugendtheater, war später zunächst Assistent der Öffentlichkeitsarbeit, anschließend Koordinator für Sonderveranstaltungen und inzwischen ist er Leiter der Kommunikation und Vernetzung sowie Referent der Intendantin.
Der Dr. Otto Kasten-Preis wird als „Förderpreis der deutschen Intendanten“ von der 1962 ins Leben gerufenen Dr.-Otto-Kasten-Stiftung getragen. In Zusammenarbeit der Stiftung mit dem Vorstand der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein wird der Preis an herausragende Theater-Nachwuchskräfte verliehen. Initiiert wurde der Preis vom Namensgeber, dem 1989 verstorbenen deutschen Schauspieler, Dramaturg, Regisseur und Intendant Dr. Otto Kasten, der auch der Gründer der gleichnamigen Stiftung war. Ursprünglich war die Stiftung zur finanziellen Unterstützung sozial bedürftig gewordener oder kranker Theaterleiter und -leiterinnen und deren Angehörigen gedacht. Da die öffentliche soziale Sicherung sich in den Folgejahren verbesserte, standen Mittel zur Verfügung, so dass im September 1985 erstmals der Dr. Otto-Kasten-Preis verliehen werden konnte.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins verlieh die Intendantengruppe am 15. Juni 2019 den Dr. Otto Kasten-Preis. Als Preisträger ausgezeichnet werden junge Theaterkünstler aller Sparten, die jedoch nicht älter als 35 Jahre sein sollen. Vom Vorstand der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein vorgeschlagen, entscheidet der Vorstand der Stiftung über den oder die Preisträger. Den Vorstand der Stiftung bilden seit 2019 Prof. Ulrich Khuon (Vorsitzender), Cathérine Miville (stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführerin) und Holger Schultze (Vorstandsmitglied).
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