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CD-Besprechung

Gramola 98968

1 CD • 52min • 2010

27.02.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

„Besser und richtiger geht's nicht“ – so äußert sich Rick LaSalle zu der Weltersteinspielung von drei seiner acht Klaviersonaten durch Ingrid Marsoner. Da könnte man meinen, die Besprechung dieser derart durch den Komponisten geadelten Einspielung schriebe sich von ganz allein. Doch worauf zielt LaSalles Äußerung, was heißt überhaupt – in Ermangelung von Vergleichsaufnahmen – „besser und richtiger“, zumal, wenn diese Worte aus dem Mund eines Musikwissenschaftlers kommen?

Der 1951 geborene Komponist selbst bezeichnet seine Musik als unkompliziert. Mit Blick auf seine konservative Tonsprache in den Sonaten Nr. 2 op. 59, Nr. 7 op. 75 und Nr. 8 op. 76, die auf Atonales verzichtet, auf Eingängiges anstatt Avantgardistisches setzt, mag dies wohl stimmen. Aber die Verbindung (oder Verschmelzung?) von Barock-, Romantik-, neoklassizistischen und folkloristischen Elementen innerhalb seiner Sonaten, von Modalem sowie Zügen aus der Minimal Music und der so genannten U-Musik ist alles andere als unkompliziert. Zwar offenbaren die drei Sonaten einen manchmal recht spielerisch wirkenden Umgang LaSalles mit den fast unvereinbar scheinenden Elementen seiner Tonsprache, gelegentlich wirken sie sogar improvisatorisch. Aber diese kraftvollen, leidenschaftlichen, humorvollen und virtuosen Schöpfungen sind bei aller überbordenden Fantasie sehr konzentriert und kunstvoll gearbeitet. Das verdeutlicht Ingrid Marsoners glasklar artikulierendes, ausgesprochen brillantes und präsentes, markantes wie hingebungsvolles und versonnenes Spiel. Es funkelt und leuchtet ohne Unterlass, selbst in den meditativen Momenten des 3. Satzes aus der zweiten Sonate und in dem einschmeichelnden 5/8-Zorzico der Sonate Nr. 8. Zudem fesselt die Österreicherin mit herrlichen Stimmungswechseln, etwa in den Kopfsätzen aller drei Sonaten und sogar in der kleinen Zugabe, einem der Interpretin gewidmeten charmanten wie leicht spröden Ragtime. Überhaupt gelingen ihr rundum überzeugende Charakterzeichnungen, die belegen, dass sie diese keine stilistischen Grenzen kennende Musik vollkommen verinnerlicht hat.

Ob es – und vor allem was – nun eventuell „besser und richtiger“ gehen könnte – diese Frage lässt sich natürlich nicht beantworten. Tatsache ist aber: Rick LaSalle und Ingrid Marsoner muss man einfach gehört haben.

Christof Jetzschke [27.02.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Rick LaSalle
1Klaviersonate Nr. 2 op. 59 00:22:21
5Klaviersonate Nr. 7 op. 75 (à la Monsieur R.) 00:16:16
8Klaviersonate Nr. 8 op. 76 00:09:32
11Ragtime (Ingrid Marsoner gewidmet) 00:03:47

Interpreten der Einspielung

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