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CD-Besprechung

The Sacred Spring of Slavs

The Sacred Spring of Slavs

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 28.07.10

Klassik Heute
Empfehlung

Analekta AN 2 9932

1 CD • 64min • 2010

„Indem er das legendäre ,Sacre du printemps’ von Igor Strawinsky Seite an Seite mit den ,Frühlingsaquarellen’ des ukrainischen Komponisten Ihor Shamo (1925–1972) stellt, zeichnet Serhiy Salov mit dem ,Heiligen Frühling der Slawen’ ein musikalisches Porträt der heidnischen Riten der Urslawen. Er hofft, auf diese Weise die Gemeinsamkeiten der beiden Werke herauszustellen, welche beide eine gewisse Erdigkeit besitzen, unregelmäßige Metrik bevorzugen und die ausgefallensten Dissonanzen hören lassen.“ Soweit Lucie Renaud am Beginn ihres klugen, übersichtlichen, aber auch lobenden Begleittextes einer in jeder Hinsicht faszinierenden Einspielung des spielend-schöpferischen, 1979 im ukrainischen Donezk geborenen Pianisten Serhiy Salov. Lobend insofern, als es der Autorin durchaus gefällt, die gleichsam nach-kompositorische Inspiration, die pianistische Meisterschaft des bei internationalen Wettbewerben viel dekorierten Künstlers hervorzuheben.

Ich erlaube mir, ihr zuzustimmen, denn Salovs Bearbeitung von Strawinskys Opferriten ist alles andere als eine Reduzierung des Orchestermaterials, sondern die klanglich-rhythmische Erfüllung schlummernder Erwartungen! Erwartungen nämlich, die in Bezug auf alle urtümlichen und avantgardistischen Schichtungen des Werkes im Verlauf vieler Aufführungen des Werkes nur halbwegs befriedigt werden. Das bezieht sich nicht nur auf die perkussiven Möglichkeiten des Klaviers, die Salov kraftvoll, sozusagen mit kluger Brutalität nutzt. Es bezieht sich auch auf die urige, ungebärdige, bisweilen aber auch zärtliche Polyphonie der heidnischen Bilder. Salov lüftet die Partitur, sichert ihr akustische Dreidimensionalität, als würde er sich wie in einer imaginären Architektur bewegen. Der Hörer darf sich also nicht nur in den aggressiven Passagen erschlagen, sondern insgesamt differenziert geführt fühlen.

Die Frühlingsaquarelle des aus Kiew stammenden Ihor Shamo beziehen sich auf das alltägliche Leben der Bergbewohner des Huzulenlandes, einer Enklave in den Karpaten, „die selbst von den Ukrainern, (…) als äußerst fremdartig angesehen wird“. Shamo entwirft ein Bild der Region in oft verhaltenen, nachdenklichen Tönen, öffnet sich der Natur, den Lichterscheinungen, dem Gesang der Vögel. Und er überantwortet dem Klavier fein gearbeitete Porträts der kleinen und großen Menschen dieser abgelegenen Region, wie sie in früheren Jahren auch von Schumann in seinen Kinderszenen gezeichnet wurden. Unverkennbar ist aber auch der Einfluss von Bartóks schroffen Konzeptionen, wie etwa dem berühmten Allegro barbaro.

Salovs Wiedergabe der beiden Werkkomplexe verdient höchste Achtung, was dienende Virtuosität und eigenständige Tongebung in allen Bereichen des Anschlags und der tastenden Behutsamkeit anbelangt. Eine CD mithin, die berechtigt höhere Verkaufszahlen erreichen sollte als die meisten Einspielungen dieser Tage, Wochen und Monate.

Peter Cossé [28.07.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Shamo Hutsulian Watercolours 00:25:59
7 I. Strawinsky The Rite of Spring (Le Sacre du printemps; arr.: Serhiy Salov) 00:38:15

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Serhiy Salov Klavier
 
AN 2 9932;0774204993221

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