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CD-Besprechung

A. Dvořák

BIS 1 CD 1708

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 01.06.10

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BIS 1708

1 CD • 70min • 2009

Anton Dvoráks Violinkonzert steht bis heute etwas im Schatten der großen romantischen Violinkonzerte von Mendelssohn, Brahms und Tschaikowsky. Entsprechend spärlicher ist die Anzahl der Einspielungen, so dass eine Neuaufnahme immer willkommen ist – zumal wenn sie wie die vorliegende eine neue Sicht auf das Werk anbietet. Satten Klang und deftiges Zupacken – das, was gemeinhin unter „böhmischem Musikantentum“ subsumiert wird und was wir von tschechischen Orchestern im Ohr haben – sucht man hier vergeblich. Mit kleiner Orchesterbesetzung wird hier ein filigraner Dvorák geboten, wobei das Klangbild eher in Richtung Mendelssohn weist.

Der australische Geiger Richard Tognetti spielt den Solopart elegant, tonlich differenziert und ausnehmend frei, was dem quasi improvisatorischen Beginn des Kopfsatzes ebenso gut steht wie dem lyrischen Adagio. Der Furiant des Final-Rondos verliert hingegen durch die leichte, eher an Vivaldi gemahnende Tongebung etwas von seiner hemiolischen Schärfe und rhythmischen Spannung.

Leider findet Tognettis phantasievolles Spiel in dem Posaunisten-Dirigenten Christian Lindberg keinen adäquaten Partner. Der Orchesterklang ist unstrukturiert, immer wieder drängen sich Hörner und Trompeten mit Haltetönen oder Tonwiederholungen ungebührlich in den Vordergrund. Der Übergang zur Dumka im Finale, bei dem der Hornist die Notbremse zu ziehen genötigt wird (Dvorak schreibt hier ausdrücklich: „L’istesso tempo“ !), ist Ausdruck gestalterischer Hilflosigkeit.

Unter einem unausgewogenen Klangbild, das den (zugegeben prächtigen!) Bläsern gegenüber dem dünnen, matten Streicherkörper deutlich den Vorzug einräumt, leiden auch die zehn Legenden für Orchester op. 59, so sehr deren Veröffentlichung grundsätzlich zu begrüßen ist. Diese etwas ernsteren, idyllischen Gegenstücke zu den Slawischen Tänzen fristen in Dvoráks Gesamtwerk ein Mauerblümchen-Dasein. Ihnen zu stärkerer Beachtung zu verhelfen, wäre ein schöner Erfolg der vorliegenden Produktion.

Sixtus König † [01.06.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Dvořák Violinkonzert a-Moll op. 53 B. 108 00:30:45
4 Legenden op. 59 B 122 00:38:41

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Richard Tognetti Violine
Nordic Chamber Orchestra Orchester
Christian Lindberg Dirigent
 
1708;7318590017081

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