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CD-Besprechung

Felix Weingartner Symphonic Works Vol. 6

cpo 777 102-2

1 CD • 58min • 2006, 2007

07.05.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Felix Weingartners sechste Sinfonie entstand in Zusammenhang mit dem internationalen Wettbewerb, der 1928 zum 100.Todestag von Franz Schubert ausgeschrieben wurde. Sie befindet sich dabei nicht in schlechter Gesellschaft, denn auch die 6. Sinfonie von Kurt Atterberg, die 3. Sinfonie von Franz Schmidt und die Sinfonia brevis von Czeslaw Marek verdanken ihre Entstehung diesem Anlass. Aufgabe war es, Schuberts „Unvollendete“ durch zwei Sätze zu vervollständigen – nach Belieben unter Verwendung der von Schubert hinterlassenen Scherzo-Skizzen, die Weingartner in überzeugender Weise zu einem Satz von echt Schubertschem Tonfall verarbeitete. Infolge von Weingartners Berufung in den Beraterstab des Wettbewerbs wurde seine Arbeit nicht eingereicht, wuchs sich aber zu einer eigenen viersätzigen Sinfonie aus, der der Komponist „im Gedenken des 19. November 1828“ den Beinamen La Tragica gab. Der Kopfsatz gibt „die Vorstellung des Trauerzugs, der den toten Meister zum Friedhof geleitet“, das „lyrisch-religiöse“ Adagio wandelt auf Bruckners Spuren und das quirlige Tarantella-Finale versprüht echt Schubertschen Geist. Alles rundet sich zu einem gelungenen, hochgradig überzeugenden Werk, über dessen sträfliche Vernachlässigung im Repertoire man sich nur wundern kann.

Auch die „Sinfonische Dichtung in Form von Variationen“ mit dem Titel Frühling, die sich von grüblerischem Beginn über idyllische und tänzerische Abschnitte zu einem fröhlichen Finale steigert, ist ein kraftvolles, jugendfrisches Spätwerk, das durchaus einen Platz im Repertoire verdient hätte. Hier hat Weingartners fünfter Ehefrühling mit der 43 Jahre jüngeren Carmen Studer ihren Niederschlag gefunden – in konzentrierter, künstlerisch absolut überzeugender Form.

Das Sinfonieorchester von Basel fühlt sich dem Andenken Weingartners, der hier ab 1927 sechs Jahre lang Chefdirigent und Direktor des Konservatoriums war, offenbar in besonderem Maße verpflichtet und spielt unter der Leitung von Marko Letonja außerordentlich gepflegt mit warmem Streicherklang und feinen Bläsersoli. Auch aufnahmetechnisch ist die Produktion bestens gelungen.

Sixtus König † [07.05.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Weingartner
1Frühling op. 80 (Sinfonische Dichtung) 00:18:49
2Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 (La Tragica) 00:38:35

Interpreten der Einspielung

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