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CD-Besprechung

G. Ferlendis

cpo 1 CD 777 368-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 07.03.08

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cpo 777 368-2

1 CD • 71min • 2005

Das Programm erweist sich nur zu zwei Dritteln als wirklich überzeugend, frisch, fröhlich und mitreißend interpretiert. Es beginnt klangschön und künstlerisch inspiriert mit zwei wiederentdeckten Oboenkonzerten und der Wiederbegegnung eines bereits mehrfach zu hörenden Konzertes „Nr. 1“ des zu seiner Zeit gefeierten italienischen Oboisten Giuseppe Ferlendis (1755-1810). Daß diese positive Wirkung für das letzte Drittel der CD merklich abkühlt, liegt jedoch nur teilweise am fehlenden Tiefgang der kammermusikalischen Miniaturen des Komponisten. Nein, hier haben sich seine modernen Interpreten dank ihrer überragenden Spielfertigkeiten auf das Glatteis einer distanziert und abgespult wirkenden Zurschaustellung ihrer virtuosen Meisterschaft verführen lassen. Leider als Demonstration am falschen Objekt. Denn dafür sind die bisher ebenfalls unveröffentlichten sechs „Triosonaten“ Ferlendis als kleine Flötenduette (deren führende Partie hier durch den Oboensolisten ersetzt worden ist) mit dem Fagott als Baßpartie wenig geeignet. Jedenfalls widerstreben diese von einem naiven Charme geprägten Spielmusiken – laut Autor – „pour amateurs“ absolut einem akrobatischen Streben zu etüdenhaften Temporekorden.

Das ist schade, weil die Beiträge durchaus zu weniger Hektik und verstärkter Sensibilität bei der Gestaltung ihrer kantablen Episoden einladen. Bleibt also die vorbildliche, engagierte Wiedergabe der Konzerte zu loben. Hier kann man dem Solisten, der zugleich der Dirigent des Ganzen ist, und seinem mit südlichem Temperament perfekt reagierenden Orchester beim Auskosten des routinierten Ferlendi-Stils mit Vergnügen zuhören. Nicht zuletzt, weil schon der Komponist selber als einst europaweit gefeierter Solist mit seinen von damals modischen Themenklischees erfüllten und halsbrecherisch ausgetüftelten Oboenkapriolen sein Publikum zu gewinnen verstand. Selbst Mozart schuf 1777 anläßlich eines Salzburger Aufenthaltes Ferlendis für den Bläservirtuosen mit offensichtlicher Sympathie sein Oboenkonzert KV 314.

Dr. Gerhard Pätzig [07.03.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Ferlendis Konzert Nr. 2 C-Dur für Oboe und Orchester 00:14:34
4 Konzert Nr. 3 C-Dur für Oboe und Orchester 00:14:57
7 Konzert Nr. 1 F-Dur für Oboe und Orchester 00:12:53
10 Sonate Nr. 1 D-Dur für Oboe, Flöte und Fagott 00:04:34
12 Sonate Nr. 2 G-Dur für Oboe, Flöte und Fagott 00:04:18
14 Sonate Nr. 3 C-Dur für Oboe, Flöte und Fagott 00:05:24
16 Sonate Nr. 4 B-Dur für Oboe, Flöte und Fagott 00:04:52
18 Sonate Nr. 5 D-Dur für Oboe, Flöte und Fagott 00:04:04
20 Sonate Nr. 6 A-Dur für Oboe, Flöte und Fagott 00:04:48

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Diego Dini-Ciacci Oboe
Francesco Dainese Flöte
Orchestra Haydn di Bolzano e Trento Orchester
Flavio Baruzzi Fagott
 
777 368-2;0761203736829

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