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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 518

1 CD • 56min • 2005

22.08.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die Vier letzten Lieder von Richard Strauss, 1950 von Kirsten Flagstad unter Wilhelm Furtwänglers Leitung in London uraufgeführt, gehören wie die Wesendonck-Lieder Richard Wagners zu den Konzert-Schlachtrössern vor allem hochdramatischer Sopranistinnen. Der englische lyrische Bariton Konrad Jarnot, vor fünf Jahren erster Preisträger beim ARD-Wettbewerb in München, ist der Auffassung, daß diese Lieder in unseren „androgynen Zeiten“ auch durch den Vortrag durch eine tiefe Männerstimme gewinnen können und macht die Probe aufs Exempel. Dabei verwendet er jedoch nicht die originale Orchesterfassung, sondern bereits vorhandene Klavierversionen von Max Wolff und Ernst Roth (Im Abendrot), die von Alexander Freise (und letztinstanzlich vom Klavierbegleiter Helmut Deutsch) noch einmal überarbeitet wurden. Man kann hier also von einer „Weltersteinspielung“ sprechen.

Der Bariton, der sich zu den profiliertesten Liedersängern der jüngeren Generation rechnen darf, meistert diese Herausforderung hervorragend, auch wenn man weiterhin der ursprünglichen Sopranversion den Vorzug geben möchte. Doch in den Zyklen op. 10 (der hier auch den vom Komponisten selbst eliminierten Titel Wer hat’s getan? enthält) und op. 27 beweist der Sänger in stimmlicher wie gestalterischer Hinsicht seine vorzügliche Eignung für das Strauss’sche Liedschaffen. Der Meisterschüler Dietrich Fischer-Dieskaus hat von dem großen Vorbild offenbar einiges gelernt, ohne je in Gefahr zu geraten, es zu imitieren.

Jarnot führt seinen sehr weichen, aber doch kernigen Bariton, der mühelos und organisch in die Tenorlage aufsteigen kann, äußerst geschmeidig, sein Vortrag ist in dynamischer Hinsicht wie im Einsatz der Stimmfarben fein ausdifferenziert. Der Sänger scheut Emphase oder gar Pathos nicht und setzt das Vibrato sehr geschmackvoll ein. Dem Wesen und Stil der Texte und der Musik, die dem Geist des Fin-de-siècle verpflichtet sind, entspricht das durchaus.

Helmut Deutsch ist am Klavier ein hilfreicher und dabei nie sich vordrängender Partner, der es andererseits in den Vier letzten Liedern genießt, mit pianistischen Mitteln das große spätromantische Strauss-Orchester zu imaginieren.

Ekkehard Pluta [22.08.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Acht Lieder aus Letzte Blätter op. 10
2Wer hat's gethan? WoO 84a
3Vier Lieder op. 27
4Vier letzte Lieder

Interpreten der Einspielung

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