Helge Burggrabe
Hagios III
Friedensgesänge • Songs of Peace
Berlin Classics 0304639BC
1 CD • 64min • 2026
18.09.2026
Künstlerische Qualität:![]()
Klangqualität:![]()
Gesamteindruck:![]()
Helge Burggrabe (Jg. 1973) ist seit Jahrzehnten als Komponist, Flötist und Leiter verschiedener Seminare unterwegs. Sein Anliegen ist es, „Musik in Resonanz mit sakraler Architektur und weiteren Kunstformen wie Tanz, Malerei, Installationen und Lichtkunst zu bringen“. Für die Kathedrale in Chartres, den Kölner Dom und das Fraumünster in Zürich hat er Oratorien komponiert, von seinen unter dem Sammeltitel HAGIOS veröffentlichten Friedensgesängen, die zum gemeinsamen Singen auf Großveranstaltungen einladen, ist jetzt die bereits dritte Folge bei Berlin Classics erschienen. Das Motto „Äußerer Frieden beginnt mit innerem Frieden“ bildet die geistige Grundlage aller dieser Gesänge.
Wiederholung als Stilprinzip
Die Texte stammen aus der Bibel, von Albert Schweitzer, vom Komponisten selbst oder von seiner Schwester im Geiste, Giannina Wedde, die im Sinne christlicher Spiritualität und Mystik ein Projekt „Klanggebet“ verfolgt. Meist bestehen sie nur aus einem Satz, der in Endlosschleife wiederholt wird, manchmal gar nur aus einem, zwei oder drei Worten (Amen, Shalom Salām, In Terra Pax). Auf ständige Wiederholung ausgerichtet ist auch die Musik, die an der Einfachheit kirchlicher Choräle orientiert ist und zum spontanen Mitsingen auffordert. Um diese simplen Melodien, von einem vierstimmigen Chor gesungen, ranken sich instrumentale Girlanden, bei denen Klavier und Orgel sowie ein Streichquartett die Führung übernehmen, nach Bedarf von einem Akkordeon und einem Flügelhorn unterstützt werden. Die weltanschauliche Message wird dem Hörer gleichsam eingehämmert. Der gute Zweck soll da offensichtlich die ästhetischen Mittel heiligen. Ich weiß nicht, wie das in einer Massenveranstaltung wirkt, im häuslichen Klangraum setzt es die grundsätzliche Bereitschaft des Hörers voraus, sich „einlullen“ zu lassen.
Suggestive Umsetzung
Die vorliegende Aufnahme schafft die besten Voraussetzungen dafür. Auch wer – wie der Rezensent – derartige wohlmeinende Massengesänge nicht besonders schätzt, wird sich der musikalischen Überredungskraft der hier beteiligten Musiker nur schwer entziehen können. Das elfköpfige Vokalensemble „Elbcanto“ trägt seinen Namen völlig zu Recht und das Streichquartett musiziert mit einer Intensität, die dem einfachen Tonsatz tiefe Aussagekraft verleiht. Christof Fankhauser schafft mit Klavier, Orgel und Akkordeon einen feierlichen Bodensatz, unterstützt von dem Schlagzeuger Stephan Krause. Und Markus Stockhausen am Flügelhorn führt das sakrale Geschehen klangvoll „de profundis in excelsis“. Die Kunstleistung aller Beteiligten liegt in einer hohen Emotionalität, die nirgends ins Süßliche abgleitet. Mein persönliches Fazit nach Durchhören dieser CD: Bevor es so weit kommt, dass nur noch Singen und Beten hilft, hat (hätte) der Bürger in einer funktionierenden Demokratie die Möglichkeit, den Kriegstreibern die Legitimation zu entziehen.
Ekkehard Pluta [18.09.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Helge Burggrabe | ||
| 1 | Shalom, Salām | 00:03:48 |
| 2 | Effata | 00:03:33 |
| 3 | Nun wird es Zeit | 00:04:47 |
| 4 | Viriditas | 00:02:32 |
| 5 | Jeder Teil dieser Erde ist mir heilig | 00:05:30 |
| 6 | In terra pax | 00:03:53 |
| 7 | Schaue tief in deine Nacht | 00:04:13 |
| 8 | Aus der Tiefe rufe ich zu dir | 00:04:30 |
| 9 | Kyrie eleison | 00:03:25 |
| 10 | Theia Agape | 00:04:13 |
| 11 | Agape Hymnus | 00:03:10 |
| 12 | Friede sei mit dir | 00:04:09 |
| 13 | Talita kum | 00:03:06 |
| 14 | Inmitten von Leben | 00:03:51 |
| 15 | Un instrument de ta paix | 00:02:56 |
| 16 | Segenskraft | 00:03:58 |
| 17 | Amen | 00:03:25 |
Interpreten der Einspielung
- Vokalensemble Elbcanto (Chor)
- Christof Fankhauser (Klavier, Orgel, Akkordeon)
- Markus Stockhausen (Flügelhorn)
- Stephan Krause (Schlagzeug)
- Konradin Seitzer (Violine)
- Dorothee Fine (Violine)
- Maria Rallo Muguruza (Viola)
- Olivia Jeremias (Violoncello)

