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Besprechung CDOrlando Gibbons

Orlando Gibbons

An English Keyboard Legacy
Friederike Chylek (harpsichord)

Inventa INV1022

1 CD • 48min • 2025

25.08.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die Cembalistin Friederike Chylek hat ihrem neuen Album den Titel „Orlando Gibbons 400“ gegeben, ein Hinweis auf die vier Jahrhunderte, die seit dem Tod des englischen Meisters (1583 – 1625) vergangen sind. An die Seite des Jubilars stellt Chylek zwei seiner Zeitgenossen, bedeutende Virginalisten wie er, William Byrd (1539/40 – 1623) und John Bull (1562/63 – 1628). Sie spielt auf einem Cembalo, das als Nachbau eines Instrument des Italieners Carlo Grimaldi in der Werkstatt von Markus Krebs hergestellt wurde und klanglich den hohen Ansprüchen der Renaissance-Komponisten entspricht.

Vielfalt der Formen

Die Solistin hat ihre Auswahl so gestaltet, dass die unterschiedlichen Stilformen der Zeit zum Erklingen kommen. So sind von Gibbons zwei „Grounds“ zu hören, (Varianten über einem ostinaten Bass), je zwei Pavanen und Galliarden (Schreittanz und Springtanz im Wechsel) und Fantasien (frei gestaltete Kompositionen). Von John Byrd kommen unter anderem Liedbearbeitungen ins Spiel, wie das köstliche John come kiss me now mit seinen Variationen. Und John Bull ist mit einem deftigen Country dance vertreten. Zudem beendet er das Aufgebot mit seinem sehr persönlichen Bull’s Goodnight.

Verzierungen und Virtuosität

Eine ganz spezielle Anforderung der Virginalisten besteht in den Verzierungen, deren Ausführung lange Zeit den Interpreten Rätsel aufgaben. Friedrike Chylek meistert die vielen Triller, Arpeggien, Repetitionen mit großartiger Selbstverständlichkeit, als gäbe es hier gar keine Probleme. Die flinken Läufe und Sprünge, die als Mittel der Steigerung verlangt werden, laufen bei ihr mit sicheren Händen ab. Dazu kommt eine stupende rhythmische Sicherheit, die über alle Klippen elegant hinweg führt. Wenn man als vorletztes Stück The Queen’s Command von Orlando Gibbons hört, kann man nur staunen über die Prachtentfaltung, die bei einem scheinbar bescheidenen Instrument wie dem Cembalo möglich ist.

Spezifisch englisch

Leider ist der Booklet-Text nur in englischer Sprache abgedruckt. Und die Hinweise auf die einzelnen Werke entsprechen nicht dem Ablauf der insgesamt vierzehn Nummern. Immerhin sind in den durchaus interessanten Ausführungen zur Geschichte und Entwicklung der Cembalo-Musik in England die Titel durch Fettdruck hervorgehoben.

Prof. Klaus Trapp [25.08.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Orlando Gibbons
1The Italian Ground 00:02:07
2Galliard in C (Musica Britannica Vol. 20, No. 25) 00:02:40
William Byrd
3Pavan Ph. Tregian 00:04:43
4Galliard (BK 60b) 00:01:44
5Callino casturame 00:02:02
6John come kiss me now 00:05:57
Orlando Gibbons
7Fantasia in d (Musica Britannica Vol. 20, No. 8) 00:04:39
8Pavan and Galliard Lord Salisbury MB 18/19 00:07:50
John Bull
10Country dance 00:03:36
Orlando Gibbons
11Fantasia in a (Musica Britannica Vol. 20, No. 12) 00:05:21
12Ground in a (Musica Britannica Vol. 20, No. 26) 00:02:31
13The Queen's Command 00:01:51
John Bull
14Bull's Goodnight 00:03:19

Interpreten der Einspielung

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