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Besprechung CDBernardo Pasquini

Bernardo Pasquini

Il Mosé
Weser-Renaissance Bremen • Manfred Cordes

cpo 555 642-2

1 CD • 75min • 2023

12.08.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Bernardo Pasquini (1637-1710) wird heute eher als eine Randfigur in der glanzvollen Geschichte der italienischen Barockmusik eingeschätzt, war aber zu seiner Zeit in Rom mit seinen zahlreichen Opern und Oratorien, aber auch mit seiner Musik für Tasteninstrumente, die er selbst virtuos zu spielen wusste, eine herausragende Größe, die in den ersten Häusern der Stadt sehr gefragt war. Weser-Renaissance Bremen macht jetzt bei cpo mit einem seiner größeren geistlichen Werke bekannt.

Moses nach dem Exodus

Im Original heißt das auf das Jahr 1687 datierte Oratorium I fatti di Mosè nel deserto (Die Taten des Moses in der Wüste), was seinem Inhalt mehr entspricht als der hier aus unerfindlichen Gründen gewählte Titel Il Mosè. Denn es behandelt nur einen kleinen Abschnitt aus dem riesigen fünfbändigen Werk des Alten Testaments, das in der Luther-Bibel als „Pentateuch“ bezeichnet wird. Grundlage der Erzählung sind Teile aus dem 2. Buch Mose. Nach dem Exodus, dem dramatischen Auszug aus Ägypten, lagert Moses mit dem Volk Israel in der Wüste und erhält Besuch von seinem Schwiegervater Jitro, der seine Frau und seine beiden Söhne mit sich führt. Das Dankesfest für Gottes Wundertaten wird unterbrochen durch Kriegsgetümmel. Josua, der Diener Moses‘, führt die Truppen gegen den Feind Amalek an, während Moses selbst durch inbrünstige Gebete letztendlich den Sieg der Israeliten herbeiführt.

Interessante Besetzung

Im Libretto gibt es nur drei handelnde Personen: Mosè, Giosuè und Getro (Jitro), zu denen noch ein Erzähler (Testo) tritt. Die Anlage des Werks ist denkbar undramatisch, denn die Ereignisse werden vor allem erzählt, nicht nur von letzterem, der eigentlich dafür zuständig ist, sondern ausgiebig auch von Giosuè und Mosè selbst. Es handelt sich also nicht – wie in so vielen Oratorien Händels – um eine verkappte Oper. In zwei etwa gleich langen Teilen, die jeweils durch ein Vokalquartett abgeschlossen werden, wechseln kurze Rezitative und Arien (von denen die meisten nicht länger als zwei Minuten dauern). Interessant ist die Besetzung: das Orchester besteht lediglich aus zwei Violinen ((Veronika Skuplik, Franciska Hajdu), Viola (Alice Vac) und Violoncello (Thomas Pitt), ergänzt durch den Basso continuo (Tobias Tietze/Chitarrone und Detlef Bratschke/Cembalo & Orgel). Die Instrumentalsolisten begleiten nicht, sondern konzertieren intensiv und gemeinsam mit den vier Sängern (bei denen alle vier Stimmlagen vertreten sind) und behalten in der Regel das letzte Wort.

Vorbildliche Wiedergabe

Im Booklet, das einen sehr weit ausgreifenden historischen Essay von Veronika Greuel über das Wirken von Königin Christina von Schweden in Rom und ihren Einfluss auf das dortige Musikleben enthält, fehlen unverdientermaßen Biographien und Fotos der beteiligten Sänger, denn sie leisten ebenso wie die Instrumentalisten der WeserESER-Renaissance unter Manfred Cordes hervorragende Arbeit und sind auf dem Gebiet der Alten Musik bekannte Größen. Da der damalige Papst keine Frauen im Konzert zuließ, war die Rolle des Mosè für einen Kastraten geschrieben, der in der vorliegenden Aufnahme durch einen Koloratursopran ersetzt wurde. Magdalena Podkoscielna entzückt mit gestochenen Tönen und bestrickendem Timbre, lässt aber die gigantische Figur des Alten Testaments nur schwerlich imaginieren. Sehr gepflegten Gesang lassen der Altist David Erler als Giosuè und der in der Rolle des greisen Getro sehr jung klingende Bassist Sebastian Myrus vernehmen. Georg Poplutz glänzt als Erzähler einmal mehr durch klare Artikulation und in den Arien durch die geforderte Agilität.

Ekkehard Pluta [12.08.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Bernardo Pasquini
1Il Mosè (Oratorium in zwei Teilen) 01:14:30

Interpreten der Einspielung

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