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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

Besprechung CDJoseph Haydn

Joseph Haydn

String Quartets Vol. 22 Op. 76 no. 1 • 5 • 6
Leipziger Streichquartett

MDG 307 2386-2

1 CD • 63min • 2024

15.07.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Zur Gesamteinspielung der Streichquartette Joseph Haydns durch das Leipziger Streichquartett fehlten noch die Nummern 1, 5 und 6, nachdem die Nummern 2, 3 und 4 bereits 2011 in Vol. 3 erschienen waren. Die sechs sogenannten „Erdödy-Quartette“, 1797 entstanden, zeigen Haydn auf der Höhe seiner Schaffenskraft und seines Einfallsreichtums, begeisternd in den Details wie in den großen Spannungsbögen.

Haydns Ideenreichtum

So beginnt das G-Dur-Quartett Nr. 1 mit drei Hab-Acht-Akkorden, auf die ein Fugato folgt, dessen Thema wie ein bescheidenes Liedchen klingt: Polyphonie verschmilzt bei Haydn immer wieder mit zielstrebiger und überraschender Entwicklung. Das feierliche Adagio mündet in virtuose Figuren, an denen sich alle vier Instrumente beteiligen, das Presto-Menuett erinnert an Beethoven, und das Finale steht ungewöhnlich in g-Moll, um erst in den letzten Takten zur Haupttonart zurückzufinden. Die Liste solcher origineller Einfälle ließe sich mühelos auch für die Quartette Nr. 5 in D-Dur und Nr. 6 in Es-Dur erweitern. Man höre nur im Menuett-Trio von Nr. 6, was Haydn alles mit einer ab- und aufsteigenden Tonleiter anstellen kann!

Die Harmonie des Leipziger Streichquartetts

Das seit 35 Jahren bestehende Leipziger Streichquartett hat von Anfang an den richtigen Ton gefunden, um Haydns hohe Kunst ins richtige Licht zu setzen. Stefan Arzberger als Primarius führt, ohne sich in den Vordergrund spielen zu wollen, Tilman Büning als zweiter Geiger weiß genau zwischen begleitenden und thematisch bedeutsamen Passagen zu unterscheiden, Ivo Bauer ist einfühlender Vermittler zwischen hoch und tief, Peter Bruns als Cellist variiert virtuos zwischen Fundament und markanter Thematik in tiefer Lage, wie sie Haydn gerade in seinem Spätwerk entwickelt hat. So entstehen Deutungen aus einem Guss, mit forschen Tempi in den Ecksätzen und Menuetten, die eigentlich schon Scherzi sind, und ausdrucksstarker Bewegung in den langsamen Sätzen.

Der Booklet-Text (in deutscher, französischer und englischer Sprache) weist auf die Schaffensjahre des späten Haydn hin und gibt knappe Analysen zu den drei eingespielten Werken. Zum langjährigen Wirken des Leipziger Streichquartetts gibt es detaillierte Auskünfte.

Prof. Klaus Trapp [15.07.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Streichquartett G-Dur op. 76 Nr. 1 Hob. III:75 00:24:10
5Streichquartett D-Dur op. 76 Nr. 5 Hob. III:79 00:17:34
9Streichquartett Es-Dur op. 76 Nr. 6 Hob. III:80 00:20:45

Interpreten der Einspielung

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