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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

Besprechung CDBernhard Romberg

Bernhard Romberg

Flute Quintet op. 1,2 • Divertimento op. 40 • Grand Trio op. 8
Ardinghello Ensemble

cpo 555 598-2

1 CD • 75min • 2021

16.07.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Dass Ardinghello Ensemble, welches sich bereits erfolgreich mit der Kammermusik für Flöte und Streicher von Adalbert Gyrowetz und Ferdinand Ries auseinandergesetzt hat, widmet sich in seiner neuesten Einspielung dem diesbezüglichen Schaffen von Bernhard Romberg (1767-1841). Dieser war einer der bedeutendsten Cellisten seiner Generation sowie gemeinsam mit seinem geigenden Vetter und Duo-Partner Andreas Romberg Orchesterkollege von Ludwig van Beethoven in Bonn. Da verwundert es nicht, dass er sein Streichtrio nicht wie üblich, sondern mit „pour Violoncelle, Violon et Alto“ überschrieb.

Kammermusik auf dem Niveau der großen Klassiker

Das 1797 entstandene Flötenquintett verdoppelt die Bratschen, um der Flöte mehr Raum zur Entfaltung zu geben. Es ist virtuos angelegt und setzt ein Instrument voraus, das über einen C-Fuß und über eine über die einsame Dis-Klappe der Barocktraverse hinausgehende Beklappung verfügt, wie es von August Grenser in Dresden in den 1780er Jahren entwickelt wurde. Auch werden regelmäßig fis, g und a in der dreigestrichenen Oktave verlangt, von denen Quantz noch dezidiert abgeraten hatte. Die viersätzige Anlage entspricht derjenigen einer Sinfonia Concertante, bei der die Löwenanteile Flöte, Violine und Cello zufallen, derweil die Bratschen weitgehend für das harmonische Fundament sorgen.

Das Divertimento für Flöte und Streichtrio op. 40 (1824) orientiert sich an der zeitgenössischen freien Fantasie beziehungsweise dem italienischen Concertino, wie man es von Donizetti und Bellini kennt. Auf eine pathetische Einleitung folgen ein Allegro, ein Andante con Variazioni und ein Rondo, die nahtlos ineinander übergehen.

Das Grand Trio pour Violoncelle, Violon et Alto op. 8 ist eine Tour de Force für den Cellisten, dessen Part zumeist über dem der Bratsche liegt und der Geige mit Passagen im Violinschlüssel bis zum dreigestrichenen f Konkurrenz macht. Glücklicherweise existiert für die absolute Bravourstelle mit schnellen Terzen und Oktaven eine erleichterte Fassung. Vom musikalischen Interesse ist es in seiner viersätzigen Anlage mit halbstündiger Spieldauer durchaus den Trios op. 9 von Beethoven ebenbürtig.

Interpretation mit kleineren Problemen

Die Interpretation der beiden Flötenwerke klebt ein wenig zu sehr am Text. Wenn ein Komponist um 1800 Fermaten notiert, heißt das, dass er zumindest einen Eingang oder eine kleine Improvisation erwartet. Auch könnte man sich das dezidiert virtuose Laufwerk abwechslungsreicher artikuliert vorstellen. Nur Non-Legato mit flüssiger Doppelzunge ist ein bisschen wenig. Zudem stimmen die Spitzentöne in der dreigestrichenen Oktave selten perfekt. Auch dürften damals die Wiederholung der Exposition und die Reprise mit Veränderungen versehen worden sein. Im italienisch orientierten Divertimento wären sicherlich ein paar Rouladen à la Rossini angebracht gewesen. So wirken diese durchaus interessanten Kompositionen etwas brav.

Wesentlich besser gelingt das Streichtrio, obwohl sich die brillant aufspielende Martina Jessel für die „entschärfte“ Version der Bravourstelle entscheidet.

Die Aufnahmetechnik bildet das Geschehen mehr als adäquat ab. Der Booklet-Text ist – wie immer bei Karl Kaiser – höchst informativ und lesenswert.

Fazit: Interessante Kompositionen in hochklassischem Stil und somit definitiv eine Bereicherung für das eher kärgliche Flötenrepertoire dieser Epoche. Alle drei Werke empfehlen sich für Bachelor- und Master-Prüfungen an der Musikhochschule.

Thomas Baack [16.07.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Bernhard Heinrich Romberg
1Quintett G-Dur op. 1 Nr. 3 für Flöte, Violine, 2 Violas und Violoncello 00:29:37
5Divertimento G-Dur op. 40 für Flöte, Violine, Viola und Violoncello 00:14:41
6Grand Trio F-Dur op. 8 für Violine, Viola und Violoncello 00:30:38

Interpreten der Einspielung

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