Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

Besprechung CDEnnio Morricone

Ennio Morricone

Friedrich Kleinhapl | Vogtland Philharmonie | Simon Edelmann

Ars Produktion ARS 89 002

1 CD • 68min • 2026

30.06.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Der italienische Komponist Ennio Morricone (1928 – 2020) hat über 500 Filmmusiken geschrieben, und dies keineswegs nur für Italo-Western, wie ein Klischee behauptet. Und auch wenn sein strenger Lehrer Goffredo Petrassi von ihm enttäuscht war, weil er „Verrat an der absoluten Musik“ betrieben habe, ist Morricones Ruf als bedeutender Komponist unauslöschlich geworden.

Die Rolle des Cellisten

Der 1965 in Graz geborene Cellist Friedrich Kleinhapl hat mit Unterstützung durch den österreichischen Komponisten und Arrangeur Alexander Wagendristel 17 Titel aus dem Schaffen von Ennio Morricone eingespielt, die zwischen 1966 und 2002 entstanden sind und die Breite seiner Ausdrucksmöglichkeiten spiegeln. Sie dauern meist etwa drei bis fünf Minuten. Bezeichnend ist, dass Kleinhapl den Antikriegsfilm Casualties of War besonders hervorhebt, weil ihm hier die Bedeutung Morricones aufgegangen sei. Und dort schließt sich Nostromo an, ein Film nach Joseph Conrad in recht moderner Tonsprache, wobei unerbittliche Repetitionen und harsche Cello-Einwürfe zu hören sind.

Der Vorrang der Melodie

Die meisten Titel entsprechen allerdings dem lyrisch-sentimentalen Genre, und man glaubt die mahnende Stimme der Mutter des Komponisten zu hören, die forderte: „Schreib eine Melodie, die ich mir merken kann“. So entsteht trotz des expressiven Spiels von Friedrich Kleinhapl, der sein Cello in allen Lagen ausdrucksvoll zum Singen bringt, und trotz der changierenden Orchesterfarben, die von der Vogtland Philharmonie unter Simon Edelmann hellhörig und markant beigemischt werden, ein etwas gleichförmiges Gesamtbild. Es empfiehlt sich, die neue CD nicht wie eine geschlossene Suite zu hören, sondern wie eine lockere Folge musikantischer Highlights! Mit Bedacht wurde sicherlich L’Estasi dell’Oro von 1966 als Finale gewählt, der eingängige Song aus der Musik zum Italo-Western „The Ecstasy of Gold“.

Friedrich Kleinhapl setzt sich im Beiheft (deutsch und englisch) eingehend mit dem Schaffen Morricones auseinander. Er schildert vor allem die Entwicklung des Komponisten aus bescheidenen Trompeten-Anfängen und tastenden Filmmusikversuchen zum legendären Meister des Cinema. Zu den einzelnen Titeln erfährt man leider nur wenig.

Prof. Klaus Trapp [30.06.2026]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ennio Morricone
1Speranze di libertà 00:02:35
2Nascita di una città 00:04:39
3Casualties of War 00:03:43
4La Califfa 00:03:30
5Sostiene Pereira 00:03:12
6Flying Over the Clouds 00:03:58
7Chi mai 00:05:02
8Nostromo 00:05:13
9Hamlet 00:03:00
10Deborah's Theme 00:03:36
11Sopra di noi 00:03:26
12Romanticamente interiore 00:03:32
13Malèna 00:04:44
14La Piovra 00:06:11
15Gabriel's Oboe 00:04:00
16The Legend of 1900 00:04:40
17L' Estasi dell'oro 00:03:02

Interpreten der Einspielung

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige