Prokofiev
Michał Balas
Pilsen Philharmonic Orchestra • Chuhei Iwasaki
Berlin Classics 0304474BC
1 CD • 8min • 2025
29.04.2026
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Gesamteindruck:![]()
Unter der Bezeichnung „Sinfonia concertante“ verbirgt sich ein bedeutendes Cellokonzert, das Sergei Prokofiev (1891 -1953) im Jahr 1952 vollendet hat. Als Grundlage diente ihm ein bereits in den dreißiger Jahren entstandenes Cellokonzert op. 58, das er auf Anregung des Cellisten Mstislaw Rostropowitsch überarbeitete. Dabei entstand ein vierzig Minuten dauerndes Werk, das an den Solisten wie an das Orchester höchste Anforderungen stellt. Der Komponist starb, ohne die Endfassung erlebt zu haben.
Ein begabter Solist, ein perfektes Orchester
Der junge Cellist Michał Balas, der 2001 in Krakau geboren wurde und heute in Basel lebt, tritt dem mächtigen Werk mit Respekt, aber auch mit Begeisterung gegenüber. Er bewältigt die „unglaublich schwierigen Passagen“, die Doppelgriffe, Arpeggien und Saitensprünge, die sich immer wieder von der Bassregion bis in die höchsten Höhen schrauben, mit Bravour und Delikatesse. Melodisch ausgreifende Episoden im Wechsel mit dramatischen Partien setzt er unter starke Spannung, immer genau auf das Orchester hörend, das von dem japanischen Dirigenten Chuhei Iwasaki mit Umsicht geleitet wird. Vor allem die Bläser haben dabei virtuose Aufgaben zu lösen, was ihnen eindrucksvoll gelingt. Die Aufnahmetechnik ermöglicht es, den Solisten wie die Philharmoniker ausbalanciert zu verfolgen. Eine Aufnahme, die dem hohen Anspruch gerecht wird!
Ein tänzerisches Nachspiel
Wie eine leichte Zugabe wirken danach die tänzerischen Klänge, die Prokofiev nach der Premiere des Balletts Cinderella 1945 in Form von drei Suiten zusammengestellt hat. Mit den Ausschnitten, die etwa 20 Minuten dauern, erlebt man Stationen aus dem Aschenbrödel-Märchen, beginnend mit Cinderellas Träumen bis hin zu der mitternächtlich tickenden Uhr, die das fluchtartige Ende des Balles beim Prinzen einläutet. Die eleganten Tanzrhythmen, die ein wenig an das große Vorbild Tschaikowsky erinnern, werden von den Pilsener Philharmonikern farbig und flüssig in Szene gesetzt.
Das Booklet in deutscher und englischer Sprache liefert Informationen zur Entstehung der Werke und ihren charakteristischen Besonderheiten. Über die Biografien der Interpreten erfährt man aber nur wenig.
Prof. Klaus Trapp [29.04.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Sergej Prokofjew | ||
| 1 | Sinfonisches Konzert e-Moll op. 125 für Violoncello und Orchester | 00:40:05 |
| 4 | Cinderella-Suite Nr. 2 op. 108 (Auswahl) | 00:09:35 |
| 7 | Cinderella-Suite Nr. 1 op. 107 (Auswahl) | 00:07:48 |
| 10 | Cinderella-Suite Nr. 3 op. 109 (Auswahl) | 00:02:51 |
Interpreten der Einspielung
- Michał Balas (Violoncello)
- Pilsen Philharmonic Orchestra (Orchester)
- Chuhei Iwasaki (Dirigent)
