Baltic Sea Philharmonic begeistert Birgitta-Festival-Publikum in Tallinn
Das Baltic Sea Philharmonic gab am 12. August ein aufsehenerregendes Debüt beim Birgitta Festival, Estlands jährlichem Musiktheaterfestival. Das Orchester und sein Dirigent Kristjan Järvi präsentierten ihre einzigartige Interpretation von Shakespeares Der Sturm (The Tempest), Järvis eigene Bearbeitung von Sibelius' meisterhafter Theatermusik neben anderen Werken von Sibelius, Järvi und der Harfenistin des Baltic Sea Philharmonic, Liis Jürgens.
Das Orchester spielte das gesamte Programm auswendig und ohne Unterbrechung. Ohne Notenständer bewegten sich die Musiker frei auf der Bühne und interagierten miteinander. Eine dynamische Choreografie, bei der die Spieler die Plätze wechselten, sich über die Bühne und zwischen den Zuschauern bewegten, tanzten und auch spielerische Showkampfeinlagen darboten, unterstrich die Dramatik des Shakespeare-Klassikers. Stimmungsvolles Licht- und Sounddesign, unterstützt durch originelle Projektionen, ließ das Publikum in das besondere Konzerterlebnis eintauchen. Das audiovisuelle Konzept erstellte Sunbeam Productions.
Das Baltic Sea Philharmonic arbeitete in The Tempest mit der Solistin Mari Meentalo zusammen, die das Orchester auf dem estnischen Dudelsack begleitete. Sie hatte auch eine markante Rolle in Kristjan Järvis Midnight Sun inne, und spielte außerdem die Maultrommel in Jürgens' The Dream of Tabu-tabu.
Das Programm des Orchesters umfasste ein weiteres berühmtes Werk von Sibelius: seine Tondichtung Der Schwan von Tuonela aus der Lemminkaïnen-Suite von 1895 sowie fünf weitere Stücke von Kristjan Järvi - Life Lives Ethereal, Frozen Tears, Runic Prayer, Aurora und Ascending Swans, das auf dem Loblied aus Sibelius' Swanwhite Suite basiert und in der Reihe innovativer Musikvideos des Baltic Sea Philharmonic „Musical Chain“ erschienen ist (Youtube-Link).
Das Konzert des Birgitta-Festivals, das in den Ruinen des im 15. Jahrhundert in Tallinn erbauten Pirita-Klosters stattfand, war mit rund 850 Zuhörern ausverkauft. Es fand einen Monat nach dem denkwürdigen Debüt des Baltic Sea Philharmonic beim estnischen Pärnu-Musikfestival statt, bei dem es vier Konzerte in ebenso vielen Tagen gab. In der Saison 2022, die sich auf Estland konzentriert, wird das Orchester nächsten Monat im Rahmen seiner „Meresillad“-Tournee durch Deutschland und Estland (15.-21. September) nach Tallinn zurückkehren. Diese Tournee, deren estnischer Titel übersetzt „Seebrücken“ bedeutet, wird Estland und die tiefen Verbindungen zwischen den Ländern der Ostseeregion feiern. Auf dem Programm steht Musik estnischer Komponisten aus Vergangenheit und Gegenwart, darunter Werke von Eduard Tubin (1905-1982), Jaan Rääts (1932-2020) und Liis Jürgens. Auf dem Programm steht auch Kristjan Järvis Bearbeitung von Tschaikowskys Nussknacker als Dramatische Sinfonie, ein Werk, das Järvis Trilogie von Bearbeitungen der Ballette des russischen Komponisten nach Schwanensee und Dornröschen vervollständigt. Die „Meresillad“-Tournee führt das Orchester nach Eisenach (15. September) und zum Usedomer Musikfestival (17. September), bevor die Tournee am 21. September in Tallinn mit einem Konzert in der Estonia Concert Hall endet.
Baltic Sea Philharmonic – eine Revolution in Musik und Kultur
Seit seiner Gründung 2008, initiiert durch das Usedomer Musikfestival, realisierte das Baltic Sea Philharmonic über 110 Konzerte vor mehr als 130.000 Konzertgängern in 19 Ländern – von Europa bis in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dabei tritt das Baltic Sea Philharmonic an, die Präsentation und Aufführung von Musik im 21. Jahrhundert zu revolutionieren. Unter der mitreißenden Leitung seines künstlerischen Leiters Kristjan Järvi strahlen die Aufführungen ansteckende Leidenschaft und Energie aus und sind Spektakel, die Klang-, Licht- und Projektionskunst, aber auch Choreografien zu einzigartigen Konzerterfahrungen verschmelzen. Mehr als das, ist das Baltic Sea Philharmonic eine Bewegung, die Menschen zusammenbringt und eine Gemeinschaft von Musikern aus zehn Ländern, die ebenso mühelos geografische wie historische Grenzen überwindet. Indem das Ensemble die ganze innovative und progressive Kraft des Nordens verkörpert, führt es dabei das traditionelle Verständnis vom Orchester weiter als je zuvor.
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