Schostakowitsch Streichquartett-Zyklus an vier Tagen
360 Minuten Schostakowitsch an vier Tagen. Was nach Marathon-Ambitionen klingt, bedeutet für das Mandelring Quartett jedoch das Eintauchen in einen Klangkosmos, der die Möglichkeiten des Genres „Streichquartett“ zwischen neoklassizistischen Formen und modernen Inhalten neu auslotet. Dmitri Schostakowitschs 15 Streichquartette bilden einen der bedeutendsten Werkzyklen in der Kammermusik des 20. Jahrhunderts.
Eigentlich arbeitete der Komponist 1938 an einer großen Filmmusik, als er sein erstes Quartett als eine Art „Übung“ schrieb: „Ohne irgendwelche besonderen Gedanken oder Gefühle. Ein Quartett ist nämlich eine der schwierigsten musikalischen Gattungen. Ich dachte überhaupt nicht daran, es zu beenden oder gar zu publizieren. Dann aber hat mich die Arbeit so gepackt, dass ich den Rest unglaublich schnell fertig stellte.“ Dieser Elan des ersten Quartetts hat den Komponisten nie mehr losgelassen.
Je mehr sich Dmitri Schostakowitsch zwischen 1960 und 1970 für sein Land engagierte, desto stockender wurde jedoch sein Schaffensrhythmus. Vor allem seine politische Vorzeigerolle im Stalin-Regime hat ihn nicht immer schöpferisch inspiriert. Seine 15 Streichquartette wanderten zunächst in die Schublade. Auch körperlich ging es Schostakowitsch immer schlechter. In dieser Leidenssituation bekam die Kammermusik zunehmend den Charakter eines intimen Tagebuchs, in dem Schostakowitsch auch persönliche Töne anschlug: Vom Stechschritt der Machthaber über den Überlebenswillen des Einzelnen bis hin zu Klagetönen über das individuelle Schicksal spiegeln die Streichquartette ein Stück Zeitgeschichte wider.
Das Mandelring Quartett hat seine vielfach preisgekrönte Gesamteinspielung dieser Reihe im Jahre 2009 abgeschlossen und sie seither wiederholt in konzentrierten Gesamtaufführungen präsentiert. 1983 gegründet, konnte das aus den Geschwistern Sebastian (1. Violine), Nanette (2. Violine) und Bernhard Schmidt (Violoncello) sowie dem Bratscher Andreas Willwohl bestehende Quartett nach Wettbewerbssiegen in München (ARD), Evian und Reggio Emilia rasch in die internationale Spitzengruppe vorstoßen.
Ab November erfolgt der Zutritt zu den Vorstellungen in Duisburg auf Basis der 2G-Regel. Zugang erhalten dann nur noch Genesene und Geimpfte. Sie benötigen einen entsprechenden Nachweis und gültigen negativen Corona-Test.
- Donnerstag, 4. November 2021, 19.30 Uhr im Lehmbruck Museum Duisburg
- Freitag, 5. November 2021, 19.30 Uhr im Kulturforum Franziskanerkloster Kempen
- Samstag, 6. November 2021, 19.30 Uhr im Lehmbruck Museum Duisburg
- Sonntag, 7. November 2021, 11.00 Uhr im Kulturforum Franziskanerkloster Kempen
Sonntag, 7. November 2021, 17.00 Uhr im Lehmbruck Museum Duisburg
Konzerteinführungen: jeweils 45 Minuten vor dem Konzert.
Tickets für alle Konzerte:
- Theaterkasse Duisburg
- Opernplatz, 47051 Duisburg
- Tel. 0203 / 283 62 100 (Karten)
- E-Mail: karten@theater-duisburg.de
- Konzertkasse im Kulturforum Franziskanerkloster Burgstraße 19, 47906 Kempen
- Tel: 02152 917-4120
- E-Mail: kartenverkauf@kempen.de
Schostakowitsch-Paket
Bei Buchung aller fünf Konzerte gewähren wir 20% Rabatt in allen Kategorien.
Am Sonntag, 7. November, bieten wir einen kostenlosen Shuttlebus vom Kulturforum Franziskanerkloster Kempen zum Lehmbruck Museum Duisburg und zurück an (Anmeldungen bitte an der Kasse im Kulturforum Franziskanerkloster).
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