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Meldung vom 07.06.2018

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Trauer über den Tod von Prof. Hanns-Martin Schneidt

Der Münchener Bach-Chor, das Münchener Bach-Orchester und sein Künstlerischer Leiter Hansjörg Albrecht trauern um den langjährigen Künstlerischen Leiter Prof. Hanns-Martin Schneidt, der im Kreise seiner Familie in der Nähe von München am 28. Mai im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Hanns-Martin Schneidt leitete den Münchener Bach-Chor von 1984-2001. Mit ihm konnte der Chor nach dem Tod von Karl Richter eine Musikerpersönlichkeit verpflichten, die ideale Voraussetzungen für die künftige Arbeit des Ensembles mitbrachte. Hanns-Martin Schneidt aus einer Pfarrersfamilie stammend, erfuhr entscheidende musikalische Prägungen während seiner Zeit im Leipziger Thomanerchor. Wichtige Stationen für den Kirchenmusiker waren München und (seit 1955) Berlin. Nach einem ersten, erfolgreichen Konzert mit den Berliner Philharmonikern im Jahr 1960 hatte sich Schneidt neben seiner kirchenmusikalischen Tätigkeit zunehmend der großen Sinfonik sowie der Oper gewidmet. Von 1963 bis 1985 wirkte er als Generalmusikdirektor und später auch musikalischer Chef der Oper in Wuppertal, wo er 1985, schon von München aus, noch die langfristig angelegte Produktion von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen mit der Götterdämmerung zu Ende brachte.

Hanns-Martin Schneidt bot dem Chor die Gewissheit, dass die von Karl Richter angelegte Arbeit im Sinne der großen Tradition des Kirchenmusikalischen Instituts in Leipzig fortgeführt werden würde. Es war ihm eine Selbstverständlichkeit, die großen Aufführungen von Bachs Werken in alter Kapellmeistermanier vom Cembalo aus zu leiten. Etliche Jahre lang spielte er selbst in den Motettenkonzerten große Orgelwerke. Bei der Konzeption der Programme des Chores, insbesondere der Motettenprogramme, standen für ihn vorrangig inhaltliche und liturgische Überlegungen im Vordergrund. Für Schneidt war seine Arbeit mit dem Bach-Chor in erster Linie eine der wichtigsten Formen geistlicher Verkündigung in einer schnelllebigen Zeit.

An der Hochschule für Musik und Theater hatte Hanns-Martin Schneidt zugleich ab 1985 auch die Professur für Orchesterleitung und Kirchenmusik inne. Ab 2001 nahm Hanns-Martin Schneidt zudem eine Professur an der Tokyo National University of Fine Arts and Music an und war von 2007 bis 2009 Chefdirigent des Kanagawa Philharmonic Orchestra.

Hanns-Martin Schneidt wurde für seine Arbeit mit dem Münchener Bach-Chor mehrfach ausgezeichnet, so mit der Medaille „München leuchtet“, dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden.

Die Trauerfeier für Hanns-Martin Schneidt wird der Münchener Bach-Chor unter seinem Künstlerischen Leiter Hansjörg Albrecht musikalisch gestalten. Der Termin steht noch nicht fest.

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