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CD-Besprechung

Georg Philipp Telemann

12 Fantasien für Viola da Gamba solo

Perfect Noise PN 2104

1 CD • 80min • 2019

07.04.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Anno 1735 veröffentlichte Georg Philipp Telemann im Selbstverlag 12 Fantasien für Viola da Gamba – Telemann widmete die Stücke Pierre Chaunel (1703–1789), einem Hamburger Kaufmann und Bankier hugenottischer Abstammung. Vor wenigen Jahren erst wiederentdeckt, begleiten die Fantasien jetzt das CD-Debüt der jungen Gambistin Renate Mundi auf dem Label Perfect Noise.

Eine Entdeckung

Obwohl die Existenz dieser Suiten bekannt war, galten sie dennoch lange als verschollen, und ihre Entdeckung durch den Gambisten und Musikwissenschaftler Thomas Fritzsch im Jahr 2015 konnte als Sensation gelten. Diese Sensation spiegelte sich augenblicklich in mehreren Einspielungen der Fantasien durch renommierte Gambisten wider – der Schritt von Renate Mundi, mit ihrer Debütaufnahme sich bedeutenden Kollegen wie Piero Pandolfo (Glossa GCD920417), Robert Smith (Resonus Classics, RES10195) oder Richard Boothby (Signum SIGCD544) zu stellen, nimmt schon durch die couragierte Haltung der Künstlerin für sie ein.

Wiewohl die Fantasie als freie Form dem Komponisten vielfältige Möglichkeiten zum Fluss seiner musikalischen Gedanken ließ, wäre eine von einem formalen Gerüst losgelöste Form für das 17. Jahrhundert und die erste Hälfte des18. eine unrealisierbare Vorstellung gewesen; daher wählte Carl Philipp Emanuel Bach für seine Clavierfantasien, in denen er die formalen Vorstellungen der Vätergeneration sprengte, den Titel Freye Fantasie – formal ungebunden waren freilich auch diese nicht, lediglich in eine völlig neue Gestalt gegossen.

In der französischen Tradition

Abseits all dieser formalen Erwägungen sind Telemanns Gambenfantasien von 1735 höchst eigenständige Kompositionen, und wie viele seiner Werke fußen diese Stücke für ein Lieblingsinstrument der französischen Barockmusik deutlich in der französischen Tradition. Man könnte versucht sein zu sagen, dass diese Stücke ihren Namen „Fantasie“ allein der Abwesenheit tänzerischer Sätze verdanken, die ja im Verbund mit Sätzen freier Komposition die spätbarocke Suite ausmachten.

Renate Mundi erklärt sich selbst auf ihrer homepage zu den Stücken: „Musik, die Bilder entstehen lässt, manchmal melancholisch ist, sehnsüchtig, manchmal wild, oft mit dem Schalk im Nacken. Ein unerschöpflicher Quell an Ideen, Stimmungen, Klängen und Farben.“ Die hohen Ziele, die sie ihrer Interpretation setzt, erfüllt sie durchaus: Ihrem Vortrag dieser Stücke zu lauschen ist ein überaus belebendes Erlebnis barocker Kammermusik, und die Aufnahmetechnik des Labels Perfect Noise liefert ein klanglich perfektes Abbild ihrer Interpretation.

Detmar Huchting [07.04.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Philipp Telemann
1Fantasia Nr. 1 c-Moll TWV 40:26 00:06:00
3Fantasia Nr. 2 D-Dur TWV 40:27 00:09:00
6Fantasia Nr. 3 e-Moll TWV 40:28 00:05:36
9Fantasia Nr. 4 F-Dur TWV 40:29 00:06:56
12Fantasia Nr. 5 B-Dur TWV 40:30 00:04:54
15Fantasia Nr. 6 G-Dur TWV 40:31 00:06:13
18Fantasia Nr. 7 g-Moll TWV 40:32 00:07:08
21Fantasia Nr. 8 A-Dur TWV 40:33 00:05:34
24Fantasia Nr. 9 C-Dur TWV 40:34 00:07:08
27Fantasia Nr. 10 E-Dur TWV 40:35 00:06:34
30Fantasia Nr. 11 d-Moll TWV 40:36 00:06:21
33Fantasia Nr. 12 Es-Dur TWV 40:37 00:08:01

Interpreten der Einspielung

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