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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Noriko Ogawa plays Erik Satie

Vol. 1

BIS 2215

1 CD/SACD stereo/surround • 78min • 2015

11.10.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Eric Saties Klavierwerke erfreuen sich derzeit guter Konjunktur wohl auch in jugendlichen Publikumskreisen. Wer immer sich mit den zwischen Slow motion und kulturkritischer Exzentrik pendelnden Stücken gründlich auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich nach wie vor die beiden EMI-LP- und CD-Einspielungen mit Aldo Ciccolini sozusagen als erste klavierdarstellerische Adressen. In den meisten Stücken geht es ja nicht um hochgezüchtete Virtuosität, sondern um Geduld mit den langsamen, bei aller melodischen, harmonischen und gestischen Trägheit doch raffiniert erdachten und gesetzten Stücke, sondern um musikmoralische Grundhaltungen im Spannungsfeld von Einfalt, Satire, Karikatur oder auch Instrumentalcabaret.

Mit der japanischen Pianistin Noriko Ogawa ist nun eine Zusammenstellung mit einer Auswahl der bekanntesten Satie-Klavierstücke erschienen. Ihren Ausführungen ist im Bereich der dynamischer Dosierung, satzcharkteristischer Definition und der Unterscheidung von Wichtigkeit und Nebenwichtigkeit in den etwas komplizierteren Themen nichts anzulasten. Alles geht in den Gnossiennes, in den Gymnopédies seinen zuverlässigen Gang, allenfalls in den betont gefühligen Walzer-Paasagen (Poudre d’or, Je te veux) vermisse ich ein Quentchen mehr an französischer, pariserischer Geschmeidigkeit, ja Nonchalance in Nachbarschaft etwa eines ästhetischen Rotlichtmilieus.

Was die Einspielung aber von den vielen Auswahl-Versionen auf „modernen“ Instrumenten abhebt, ist die Verwendung eines Érards-Flügels aus dem Jahr 1890. Musikhistorisch ist das mehr als gerechtfertigt, Satie war zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt. Aber der etwas mürbe, in den melodischen Abfolgen nur bedingt singende Ton ist für mein Empfinden gewöhnungsbedürftig. Vielleicht hätte Noriko Ogawa die gedehnter gespannten Oberstimmen etwa der Gymnopédies etwas weniger gestochen formulieren sollen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass jüngere Hörer, die nicht mit den Ciccolini-Aufnahmen aufgewachsen sind, an dieser Art des Anschlags und am Erard-Aroma durchaus Gefallen finden.

Vergleihseinspielung: Ciccolini (EMI 50999 685824 2, CD 22-25; EMI LP 1C 151-52081/86)

Peter Cossé † [11.10.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Erik Satie
1Gnossienne Nr. 1 00:03:34
2Gnossienne Nr. 2 00:01:49
3Gnossienne Nr. 3 00:02:29
4Gnossienne Nr. 4 00:02:09
5Gnossienne Nr. 5 00:03:29
6Gnossienne Nr. 6 00:01:07
7Gnossienne Nr. 7 00:01:53
8Le Piccadilly (Marche) 00:01:23
9Chapitres tournés en tous sens 00:05:10
12Trois avant-dernières penséss 00:02:45
15Croquis et agaceries d'un gros bonhomme en bois 00:04:36
18Sonatine bureaucratique 00:03:44
21Poudre d'or (Valse) 00:04:36
22Embryons desséchés 00:06:05
25Descriptions automatiques 00:05:07
28Heures séculaires et instantanées 00:03:35
31Prélude en tapisserie 00:02:03
32Trois valses distinguées du précieux dégoûté 00:03:20
35Je te veux (Valse) 00:05:16
36Gymnopédie Nr. 1 00:03:28
37Gymnopédie Nr. 2 00:03:09
38Gymnopédie Nr. 3 00:02:47

Interpreten der Einspielung

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