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CD-Besprechung

DG 479 0641

3 CD • 2h 58min • 2012

02.08.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Man kann darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Mozarts Opern – und speziell die italienischen auf Libretti von Lorenzo da Ponte – in konzertanter Form aufzuführen, denn sie sind ganz aus dem Geist des Theaters geschaffen. Im vorliegenden Fall eines Mitschnitts von Così fan tutte aus Baden-Baden war die Konzertversion (wie schon beim voraufgegangenen Don Giovanni) der Anlaß (wenn nicht gar der Vorwand) für eine CD-Produktion der Deutschen Grammophon, die bei diesem jungen Festival offenbar eine geeignete neue Plattform für die Präsentation ihrer Vertragskünstler gefunden hat.

Dass diese Veröffentlichung eine Marktlücke füllt, lässt sich nicht behaupten. Auch künstlerisch bringt sie keine neuen Erkenntnisse. Es sei denn, man will die Rückkehr zum repräsentativen Mozart-Sound nach einer Blütezeit der historischen Aufführungspraxis als Innovation verkaufen. Die Rezitative werden von einem Klavier statt vom Cembalo begleitet, das Chamber Orchestra of Europe sorgt für luxurierenden, geschmeidigen Klang und Yannick Nézet-Séguin steht für eine dramatisch lebendige, überwiegend beschwingte Wiedergabe. An die Abgründe der Musik wagt er sich allerdings nicht und auch für ihre Doppelbödigkeit, ihre ironischen Brechungen hat er wenig Gespür.

Das Seelendrama, das in Così fan tutte auch steckt, findet nicht statt, zumal auch die Sänger an der Oberfläche ihrer Rollen stecken bleiben. Miah Persson kann als Fiordiligi mit blühenden Höhen und schönen Phrasierungen aufwarten, die hier häufig geforderte tiefe Lage klingt jedoch matt und insgesamt fehlt der Sängerin noch die vokale Statur für diese Partie. Ähnliches gilt für Angela Brower, die mit ihrem hellen, in der Höhe an Charme verlierenden Mezzo als Dorabella kaum individuelles Profil findet. Vollends blaß gerät die Despina von Mojca Erdmann, deren durchschnittliche Soubretten-Stimme nur über wenige Farben verfügt und deren gestalterische Möglichkeiten, auch im Komödiantischen, bescheiden bleiben.

Von den Herren machen der routiniert-versierte Alessandro Corbelli als abgeklärter Don Alfonso und der kernig-bodenständige, fast ein bisschen bäurisch wirkende Adam Plachetka als Guglielmo einen verlässlichen Job, während Rolando Villazon in erster Linie dokumentiert, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Nach den ruinösen Versuchen, sich als Nachfolger Plácido Domingos zu etablieren, ist er jetzt zu seinen lyrischen Wurzeln zurückgekehrt, singt mit der früheren mezza-voce-Kultur und fügt sich unaufdringlich in die Ensembles ein. Was dabei Kunstwille und was schlicht stimmliche Vorsicht ist, lässt sich freilich nicht immer unterscheiden.

Ekkehard Pluta [02.08.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Così fan tutte KV 588

Interpreten der Einspielung

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