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CD-Besprechung

Giuseppe Tartini Sonatas for solo violin

Challenge Classics CC72561

1 CD • 71min • 2010

21.05.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Zunächst für die geistliche Laufbahn bestimmt, entzog sich Giuseppe Tartini (1692-1770) achtzehnjährig dem heiligen Leben durch die Ehe, musste allerdings ob dieses Frevels sein Heil in der Flucht suchen und weitere fünf Jahre auf die Erfüllung des Ehestandes warten. Sein Exil in Assisi stand ganz und gar im Zeichen musikalischer Vervollkommnung, und schließlich wurde Tartini zum legendären Virtuosen und bedeutenden Pädagogen und Musiktheoretiker. Er wurde als „Meister aller Nationen" gerühmt, fanden sich doch bei ihm Schüler aus ganz Europa ein.

Luigi de Filippi, italienischer Geiger und Dirigent mit breitem musikalischen Spektrum (überdies noch Geiger des Klaviertrios Voces Intimae), hat sich einer Auswahl von Tartinis 26 Piccole Sonate angenommen, die der Komponist seit etwa 1745 komponierte. Aus Gründen der Konvention („per ceremonia", sagt der Komponist selbst) haben die Stücke zwar einen bezifferten Bass, er selbst spiele sie ohne Bass. So macht es auch Luigi De Filippi; dafür verwendet er eine Barockgeige – eine Information, die im Beiheft der CD, ebenso wie jede andere Auskunft über den Künstler, fehlt. Wer es nicht gleich hört, erhält in einem kleinen Film, der über Filippis homepage zu erreichen ist, Gewissheit und kann zugleich einen in vorzüglichem Englisch gehaltenen kleinen Vortrag des Künstlers über Giuseppe Tartini nebst Klangbeispielen anschauen. Filippi spielt mit sicherer Virtuosität und kräftigem Ton, der durch ein sehr präsentes Klangbild noch verstärkt wird – dabei geraten allerdings auch die galanten, sinnlichen und emotionalen Aspekte dieser Musik nicht in den Hintergrund.

Am Schluss der CD steht die isolierte Solosonate in a-Moll, die Filippi aufgrund der deutlichen Alterszeichen der Notenschrift für das letzte Werk des Meisters hält. Noch einmal wird Tartinis hohe Kunst deutlich: Beginnend mit einem schmelzend schönen cantabile schließt das Werk nach zwei schnellen Sätzen in einer zehnminütigen beeindruckenden Folge von Variationen: So geht Luigi De Filippis würdiges Porträt eines Meisters der Violine fulminant zu Ende.

Detmar Huchting [21.05.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giuseppe Tartini
1Sonata No. 17 D major for Violin solo 00:10:59
5Sonata Nr. 4 C-Dur für Violine solo 00:08:09
8Sonata Nr. 10 B-Dur für Violine solo 00:09:50
12Sonata Nr. 15 G-Dur für Violine solo 00:05:41
15Sonata Nr. 14 G-Dur für Violine solo 00:14:04
19Sonata a-Moll für Violine solo 00:22:29

Interpreten der Einspielung

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