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CD-Besprechung

cpo 777 470-2

1 CD • 73min • 2008

01.03.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der Booklettext neigt zur Geschwätzigkeit – etwas, was man der Musik von Josef Suk keinesfalls nachsagen kann. Konzentration und Verdichtung zählen zu ihren größten Tugenden. Der Schöpfer orchestraler Meisterwerke wie Asrael oder Das Lebensreifen hatte zeitlebens eine enge Beziehung zur Kammermusik. Vierzig Jahre lang war er als zweiter Geiger Mitglied des berühmten Böhmischen Streichquartetts, mit dem er fast ganz Europa bereiste. Doch schon vor der Gründung des Quartetts, im Jahr 1889 komponierte der gerade einmal Fünfzehnjährige sein erstes Kammermusikwerk, das Klaviertrio c-Moll, das er zweimal umarbeitete und schließlich mit der Opusnummer 2 versah. Das knapp und stringent angelegte Stück fesselt durch einprägsame Themen, einen Habanera-artig schaukelnden Andante-Mittelsatz und ein stürmisch dahinjagendes Sechsachtel-Finale. Nicht weniger effektvoll gibt sich das Klavierquartett a-Moll, das Suk 1891 auf Anregung seines Lehrers und späteren Schwiegervaters Anton Dvorák schrieb – ein romantisches Werk aus einem Guss, voll Energie und Schwärmerei, dicht gearbeitet mit einer Fülle von thematisch-motivischen Beziehungen.

Eine andere Stufe von Suks kompositorischer Entwicklung repräsentieren die vier Stücke für Violine und Klavier op. 17, die während einer Europa-Tournee des Quartetts im Jahr 1900 entstanden. Man mag in diesen ausdruckstarken Stücken Einflüsse Debussys oder auch gelegentliche folkloristische Anklänge entdecken, charakteristisch für Suk ist die Konzentration auf wenige Elemente und die Fähigkeit, diese durch Verschiebung, Imitation und Umfärbung weiterzuentwickeln und so über alle Kontraste und Stimmungswechsel hinweg eine außerordentliche Einheit zu schaffen. Ergänzt wird das Programm durch die eindringliche Ballade d-Moll für Violoncello und Klavier (in Nachbarschaft zum Klavierquartett entstanden), der Suk Jahre später eine im Ausdruck ganz unterschiedliche, spielerische Serenade in A-Dur an die Seite stellte, und die Klaviertrio-Fassung der Elegie „Unter dem Eindruck von Zeyers Vysehradì, die Suk 1902 für eine Gedenkfeier zu Ehren des Dichters schrieb.

Das junge Atos Trio mit Annette von Hehn (Violine), Stefan Heinemeyer (Violoncello) und Thomas Hoppe (Klavier) widmet sich Suks Musik mit technischer Bravour und großem, vielleicht etwas zu großem Engagement – man hat das Gefüühl, hier werde ständig unter Hochdruck musiziert. Etwas von der Natürlichkeit, welche die alten Supraphon-Aufnahmen mit dem Geiger Josef Suk, dem Enkel des Komponisten, und seinen tschechischen Kollegen auszeichnete, stünde den brillanten Atos-Musikern auch gut an. Immerhin gönnt uns Stefan Heinemeyer mit seinem wunderbar ausgeglichenen Celloton ein paar entspannte Momente. Dass das Klavier gelegentlich etwas gewaltsam klingt, mag der Aufnahmetechnik anzulasten sein, die das Instrument grundsätzlich etwas zu sehr in den Vordergrund gerückt hat.

Sixtus König † [01.03.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Josef Suk
1Klaviertrio c-Moll op. 2 00:15:17
4Vier Stücke op. 17 für Violine und Klavier 00:17:36
8Elegie op. 23 für Klaviertrio 00:06:20
9Ballade d-Moll op. 3 Nr. 1 00:06:26
10Serenade A-Dur op. 3 Nr. 2 00:05:04
11Klavierquartett a-Moll op. 1 00:22:05

Interpreten der Einspielung

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