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CD/SACD stereo-Besprechung

Profil PH05022

2 CD/SACD stereo • 1h 47min • 2004

24.05.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Eine Marktlücke füllt diese Kölner “Elektra” zweifellos nicht und auch eine künstlerische Notwendigkeit kann man dieser Veröffentlichung nur bedingt zusprechen. Sie versteht sich wohl in erster Linie als ein überregionaler Leistungsnachweis des WDR-Sinfonieorchesters und seines Dirigenten Semyon Bychkov, der nach eigenem Bekunden eine besonders enge Beziehung zu diesem Werk hat. Die hört man an der orchestralen Detailarbeit. Bychkov nutzt die aufnahmetechnischen Möglichkeiten, um mit der Forderung des Komponisten, das Stück müsse wie Mendelssohn-Elfenmusik klingen, Ernst zu machen. Dennoch ist das Resultat zwiespältig: Wir hören ein fein ausgepinseltes Klanggemälde, aber spüren wenig vom Puls des Dramas, das archaische Wucht mit moderner Psychoanalyse verbindet.

Sicher liegt dieses Defizit auch an der Unfähigkeit der meisten Sänger, die ihnen vom Dirigenten gelassenen Freiräume für stimmdarstellerischen Ausdruck zu nutzen. Deborah Polaski hat Elektra bereits 1995 unter Daniel Barenboim aufgenommen, eine bedeutende Interpretin dieser Rolle war sie damals ebensowenig wie heute. Ein unschönes Vibrato und grelle Höhen stören die vokale Linie, die textliche Gestaltung ist äußerst mulmig und die dramatische Suggestionskraft bescheiden. Felicity Palmer als Klytämnestra artikuliert wesentlich markanter, ohne die Dämonie großer Vorgängerinnen zu erreichen. Grundsolide sind Chrysothemis und Orest mit Anne Schwanewilms und Franz Grundheber besetzt. Graham Clarks Aegisth klingt wie aus dem Off, was seine Wirkung beträchtlich schmälert.

Ekkehard Pluta [24.05.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Elektra (Tragödie in einem Aufzug)

Interpreten der Einspielung

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