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CD-Besprechung

Naxos 8.557380-81

2 CD • 1h 44min • 2003

21.06.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes (CD 1, Track 14) ist nicht nur der bekannteste Chor aus Haydns Schöpfungs-Oratorium, sondern zugleich die Devise dieser edlen Spätlese des 67jährigen Altmeisters Joseph Haydn (1732-1809). Weit über den religiösen Respekt vor den Inhalten der alttestamentarischen Schöpfungserzählung hier in freier, poetisierender Nachdichtung hinausgreifend, vollzieht der Komponist auch musikalisch einen Schöpfungsakt als Summe seines Schaffens. Nicht nur Haydns Londoner Schlüsselerlebnis der englischen Händel-Pflege spiegeln sich im Anlaß und der historisch beeinflußten oratorischen Ausformung der Schöpfung wider, sondern die Fülle seiner damaligen kompositorischen Erfahrungen. Künstlerisch bedeutet dies ein Verschmelzen barocker Fugentechnik, Formen- und Figurensprache mit den tonmalerischen und programmatischen Sensibilitäten des empfindsamen Stils. Schlichte Volkstümlichkeit ist ebenso herauszuhören wie die über Mozarts buffoneske Klassizität hinausweisenden Kühnheiten in der berühmten Vorstellung des Chaos (CD 1, Track 1). Einen derartiges Konzentrat umzusetzen hat einerseits seit der Wiener Uraufführung des Werkes anno 1798 zu gegensätzlichen Urteilen geführt (z.B. Schiller mit herber Kritik), andererseits zu einer Aufführungsfülle, Beifall und Beliebtheit sondergleichen (u.a. Zelter). Gegenwärtig zählt der neueste Bielefelder Katalog Klassik mehr als zwei Dutzend CD-Einspielungen, die man insgesamt als hochkarätig einstufen muß.

Einer solchen Herausforderung hat sich nun auch die Naxos-Edition in Kooperation mit dem Deutschlandfunk gestellt und mit Andreas Spering als Dirigenten und dessen Interpretenteam eine hervorragende Leistung dokumentiert. Für eine transparente Würdigung auf hohem Qualitätsniveau sorgt die vorbildlich realisierte Durchsichtigkeit des Klangbildes, gekrönt durch eine Spitzenbesetzung der Vokalsolisten, dann eine an Präzision des Zusammenwirkens und stilistischer Kompetenz schwerlich zu überbietende Beherrschung des historisierenden Instrumentariums durch die Capella Augustina (einer Verschwisterung der Musica Antiqua Köln und dem Concerto Köln mit weiteren Experten) und schließlich das Vokalensemble Köln als beherrschende Chorkulisse. Ein Glücksfall der Solobesetzung ist die koreanische Sopranistin Sunhae Im, die dank ihrer außergewöhnlichen Sprach- und Artikulationsbegabung die bewunderungswürdige Kunst einer Synthese von Klangschönheit und Textverständlichkeit selbst beim Vortrag perlender Verzierungen und Koloraturen beherrscht. Schade nur, daß sie beim Duettieren und im Terzettgesang mit ihren ebenbürtigen männlichen Kollegen Jan Kobow (Tenor) und Hanno Müller-Brachmann (Baßbariton) mikrophontechnisch um Haaresbreite zurückversetzt erscheint. Auch gestaltet Jan Kobow das mahnende, dramaturgisch vom Erzengel Uriel an Adam und Eva bedeutungsschwer gerichtete Schlußrezitativ O glücklich Paar (CD 2, Track 12) viel zu oberflächlich, um wenigstens diese Schwachstellen des insgesamt optimalen Gesamtergebnisses einer aus dem vollen schöpfenden Schöpfung zu erwähnen.

Dr. Gerhard Pätzig [21.06.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Die Schöpfung Hob. XXI:2

Interpreten der Einspielung

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